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Schweizer Delegation sieht nur wenig Fortschritt bei Klimakonferenz

Die Klimakonferenz von Bonn, die eigentlich die Beschlüsse der Pariser Klima-Abkommens vorantreiben sollte, geht am Donnerstag ohne grosse Fortschritte zu Ende. "Wir sind nicht dort, wo wir sein sollten", erklärte der Schweizer Delegationschef Franz Perrez.
Die Fortschritte zur Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens genügen nicht, wie die Schweizer Delegation in Bonn feststellen musste. Im Bild das Braunkohlekraftwerk im sächsischen Boxberg. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)

Die Fortschritte zur Umsetzung des Pariser Klima-Abkommens genügen nicht, wie die Schweizer Delegation in Bonn feststellen musste. Im Bild das Braunkohlekraftwerk im sächsischen Boxberg. (Bild: KEYSTONE/EPA/FILIP SINGER)

(sda)

Ursprünglich war für die Arbeitskonferenz in Bonn geplant gewesen, ein genaues Vorgehen zu vereinbaren, wie das Ziel der Pariser Übereinkunft erreicht werden kann. Die Erderwärmung soll auf unter zwei Grad begrenzt werden. Doch die Delegationen fanden keine gemeinsame Basis, wie Perrez gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Als Hauptgründe nannte der Leiter der Schweizer Delegation, dass einige Teilnehmerländer nicht so rasch vorgehen wollten. Denn je schneller man in den Diskussionen vorankomme und je mehr sich die Diskussionen in die technische Substanz vertieften, desto robustere und klarere Umsetzungsregeln könnten erarbeitet werden. Zudem hätten einige Teilnehmerstaaten neue Forderungen gestellt, die im Pariser Abkommen so nicht vorgesehen waren.

Jürg Staudenmann, Klimaexperte der Alliance Sud, teilte diese Einschätzung zur Bonner Konferenz und bedauerte gleichzeitig die Hartnäckigkeit einiger Industriestaaten. "Die Entwicklungsländer haben bereits grosse Anstrengungen unternommen, ihre Emissionen zu verringern. Nun bräuchten sie aber finanzielle Mittel, um weitermachen zu können", sagte er mit Blick auf weitere Hilfsgelder von den entwickelten Staaten.

Optimismus für Katowice

Doch trotz solcher Blockaden weist Perrez auf einen ermutigenden Punkt des Bonner Treffens hin: Die Delegationen hätten nun immerhin ein viel besseres Verständnis für die technischen Details.

Delegationschef Perrez zeigte sich daher zuversichtlich, dass nun im Dezember an der Uno-Klimakonferenz im polnischen Katowice (COP 24) eine Einigung erzielt werde. Klimaexperte Staudemann ist da weniger optimistisch; er glaubt noch nicht an eine rasche Einigung über die Vorgehensweise.

Selbst aus der Schweiz sind momentan keine weiteren ambitionierten Signale zu erwarten. Da das CO2-Gesetz derzeit im Parlament debattiert werde, sei es nicht an der Zeit, die eigenen Zielvorgaben zu erhöhen, erklärte Perrez. Allerdings dürfte klar sein, dass die Schweiz ihre Anstrengungen bei der Limitierung der Erderwärmung in Zukunft erhöhen müsse, sagte er.

Zusätzliche Konferenz angesetzt

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace beklagte mangelnde Fortschritte bei der Konferenz in Bonn. Es seien zu wenige Fortschritte bei der Entwicklung des Regelwerks für das Paris-Abkommens erzielt worden, kritisierte Greenpeace-Sprecher Jannes Stoppel am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur dpa.

Es sei deshalb gut, dass die in Bonn vertretenen Staaten für September ein zusätzliches Treffen in Bangkok angesetzt hätten. Spätestens dort müssten die Staaten die Regeln für das Pariser Abkommen schärfen, sagte er.

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