Studenten protestieren gegen Uno-Mission im Kongo

In der Stadt Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo haben am Mittwoch rund hundert Studenten gegen die Uno-Friedenstruppe Monusco demonstriert. Sie werfen ihr mangelnden Schutz der Zivilbevölkerung vor.

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Soldaten der Uno-Friedenstruppe Monusco auf einem Flughafen in Beni nördlich von Goma in der Demokratischen Republik Kongo. (Bild: Keystone/EPA/HUGH KINSELLA CUNNINGHAM)

Soldaten der Uno-Friedenstruppe Monusco auf einem Flughafen in Beni nördlich von Goma in der Demokratischen Republik Kongo. (Bild: Keystone/EPA/HUGH KINSELLA CUNNINGHAM)

(sda/afp)

Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein Student wurde bei dem Polizeieinsatz verletzt, etwa zehn Demonstranten wurden festgenommen.

«Die Monusco sieht Massakern passiv zu, obwohl ihr Hauptauftrag der Schutz von Zivilisten ist», sagte der Jura-Student Fiston Muhindo. «Sie müssen abziehen», forderte sein Kommilitone Junior Mastaki. «Die Monusco ist unnütz.»

Am Dienstag war bei Protesten gegen Monusco ein junger Mann getötet worden. Die Uno-Friedenstruppe übernahm dafür die Verantwortung: Nach den vorliegenden Informationen seien «die Blauhelme für den Tod dieses jungen Mannes verantwortlich», sagte ein Monusco-Sprecher am Mittwoch in Kinshasa.

Der tödliche Vorfall hatte sich in Beni ereignet. Monusco-Chefin Leila Zerrougui erklärte, der junge Mann sei tödlich getroffen worden, «als er einen Molotow-Cocktail werfen wollte». Die Monusco leitete eine Untersuchung des Vorfalls ein.

Die Uno-Truppe steht wegen ihrer hohen Kosten und geringen Effizienz seit langem in der Kritik. In einer Untersuchung von 2018 warfen Uno-Ermittler der seit 1999 in der Demokratischen Republik Kongo stationierten Blauhelm-Mission Führungsprobleme und Mängel in der Ausbildung vor.

In der Region Beni nördlich von Goma wurden seit dem 5. November laut einer Zusammenstellung der Kongo-Forschungsgruppe der Universität New York 81 Zivilisten getötet. Für die Gewalttaten wird die Miliz Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) verantwortlich gemacht.

Die ADF kämpfte ursprünglich im Nachbarland Uganda gegen den immer noch amtierenden Präsidenten Yoweri Museveni. In den 90er Jahren wurde sie aus Uganda vertrieben und zog sich in den Nordosten der Demokratischen Republik Kongo zurück.