Tausende Demonstranten schlagen Protestlager in Islamabad auf

Tausende Demonstranten haben am Freitag im Zentrum der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ein Protestlager aufgeschlagen. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Imran Khan.

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Anhänger des konservativen Klerikers Maulana Fazlur Rehman und seiner Partei Jamiat Ulema-e-Islam (JUI-F) sowie weiterer Oppositionsparteien blockieren mit einem Protestlager die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Imran Khan. (Bild: KEYSTONE/AP/ANJUM NAVEED)

Anhänger des konservativen Klerikers Maulana Fazlur Rehman und seiner Partei Jamiat Ulema-e-Islam (JUI-F) sowie weiterer Oppositionsparteien blockieren mit einem Protestlager die pakistanische Hauptstadt Islamabad. Sie fordern den Rücktritt von Ministerpräsident Imran Khan. (Bild: KEYSTONE/AP/ANJUM NAVEED)

(sda/dpa)

Der Protest wird vom konservativen Kleriker Maulana Fazlur Rehman und seiner Partei Jamiat Ulema-e-Islam (JUI-F) angeführt. Auch andere Oppositionsparteien haben sich angeschlossen.

Rehman und seine Anhänger waren in der Nacht zu Freitag in Islamabad eingetroffen. Sie hatten davor fast 2000 Kilometer zurückgelegt - vergangene Woche waren sie in Hunderten Autos und Reisebussen vor allem aus der südlichen Metropole Karachi aufgebrochen. «Wir fahren nach Islamabad, um eine unrechtmässige Regierung rauszuwerfen», sagte Rehman am Donnerstagnachmittag bei einer Kundgebung in einer Stadt in der Nähe von Islamabad.

Vertreter der Oppositionsparteien werfen dem mächtigen Militär des Landes vor, die Parlamentswahl von 2018 manipuliert zu haben, um Khans Partei zum Wahlsieg zu verhelfen. Das Militär hat Pakistan fast die Hälfte seines Bestehens regiert.

Generäle werden zudem immer wieder beschuldigt, hinter den Kulissen Fäden zu ziehen, um zivile Regierungen zu beeinflussen oder destabilisieren. «Wir wollen eine Regierung herausfordern, die das tut, was das Militär will», sagte Rehmans Sprecher Ghafoor Haideri.

Vor der Ankunft der Demonstranten waren in Islamabad die Präsenz von Sicherheitskräften verstärkt und hunderte Schiffscontainer aufgestellt worden, um Protestierende von Regierungsgebäuden fernzuhalten. Khans Regierung hatte im Vorfeld versucht, sich in Verhandlungen mit den Protestführern zu einigen, um eine Blockade Islamabads zu vermeiden - allerdings erfolglos.