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Tausende LGBT in europäischen Hauptstädten feiern Gay Pride

Bei Gay-Pride-Paraden in mehreren europäischen Hauptstädten haben am Samstag tausende Menschen für die Rechte von Homosexuellen demonstriert. An der Spitze von rund 3000 Menschen in der rumänischen Hauptstadt Bukarest gingen Adrian Coman und Clai Hamilton.
Mitglieder der rumänischen LGBT-Community an der Gay-Pride-Parade in Bukarest. (Bild: Keystone/EPA/BOGDAN CRISTEL)

Mitglieder der rumänischen LGBT-Community an der Gay-Pride-Parade in Bukarest. (Bild: Keystone/EPA/BOGDAN CRISTEL)

(sda/apa/dpa/afp)

Das schwule Paar - ein Rumäne und ein US-Bürger - hatte am Dienstag vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) Recht bekommen. Das Gericht hatte geurteilt, dass einem mit einem Unionsbürger verheirateten Nicht-EU-Bürger das Daueraufenthaltsrecht in der EU nicht verweigert werden dürfe.

Mit Blick auf die Aufenthaltsfreiheit von Unionsbürgern und ihren Familienangehörigen umfasse der Begriff des Ehegatten auch homosexuelle Partner. Mitgliedstaaten dürften zwar Homoehen erlauben oder nicht erlauben, aber nicht die Aufenthaltsfreiheit eines Unionsbürgers beeinträchtigen.

Athener Parlament in Regenbogenfarben

Auch in Athen gingen tausende Menschen auf die Strasse, um "alle Formen der Weiblichkeit" zu feiern. Zum ersten Mal war die Fassade des Parlaments auf dem Syntagma-Platz in den Regenbogenfarben angestrahlt.

Angelehnt an die MeToo-Debatte gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen richtete sich das Motto der 14. Gay-Pride-Parade in der griechischen Hauptstadt gegen Frauenhass.

In Athen findet die Pride-Parade seit 2005 jedes Jahr statt. Mit den Umzügen setzen sich die Teilnehmer für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) ein. Das Motto der Parade hiess diesmal "Paroúsa" ("Ich bin präsent").

Spitzenpolitiker an Gay-Pride in Rom

In Rom versammelten sich ebenfalls tausende Schwule, Lesben und Transgender auf den Strassen. In Italien hatten kürzlich Äusserungen des neuen Familienministers Lorenzo Fontana für Empörung gesorgt. In einem Interview mit der Zeitung "Corriere della Sera" hatte er erklärt, homosexuelle Paare mit Kindern würden nach italienischem Recht nicht als Familien anerkannt.

An der Demonstration nahmen mehrere Spitzenpolitiker teil, darunter die Ex-Aussenministerin und frühere EU-Menschenrechtskommissarin Emma Bonino und der interimistische Chef der Sozialdemokraten (PD), Maurizio Martina.

Am Rande der Parade fanden Konzerte, Feste, Modeschauen sowie öffentliche Debatten über Aids und Homophobie statt. Die Gay-Pride-Parade war vom Vatikan in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden.

Das katholische Italien war zuletzt das einzige Land in Westeuropa, in dem gleichgeschlechtliche Partnerschaften rechtlich nicht anerkannt waren. Ein Gesetz zur Legalisierung von Lebenspartnerschaften wurde schliesslich 2016 verabschiedet.

Friedliche Paraden gab es auch in Litauen, Kroatien, Bulgarien und Polen. In Warschau demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen Diskriminierung von LGBT, aber auch von Frauen, Minderheiten und Behinderten.

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