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Tote bei Anschlag auf Treffen von Religionsführern in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Versammlung von Religionsführern in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind am Montag mindestens sieben Menschen getötet worden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.
In Kabul ist ein Angriff verübt worden.

In Kabul ist ein Angriff verübt worden.

(sda/afp)

Die radikalislamischen Taliban wiesen jede Verantwortung von sich. Die Geistlichen aus ganz Afghanistan hatten nur kurz zuvor Anschläge als unislamisch verurteilt. Mindestens neun weitere Menschen wurden laut Polizei bei der Explosion verletzt. Bei der Mehrheit der Toten und Verletzten handelte es sich um Zivilisten.

Ein Innenministeriumssprecher bestätigte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt habe. Nach ersten Informationen habe der Attentäter den Sprengsatz gezündet, als die Teilnehmer des Treffens gerade den Versammlungsort verlassen wollten, sagte Polizeisprecher Haschmat Staniksai dem Rundfunksender Tolo News.

Der Attentäter habe seinen Sprengstoff ausserhalb eines Zeltes auf dem Campus der Polytechnischen Universität zur Detonation gebracht, in dem die Religionsführer eine sogenannte grosse Versammlung, eine Loja Dschirga, abhielten, sagte Staniksai. Zu dem Treffen im Westen Kabuls waren Medienberichten zufolge rund 3000 Geistliche angereist.

Die Taliban erklärten im Kurzmitteilungsdienst Twitter, sie hätten "nichts zu tun" mit dem Anschlag. Die Taliban und die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatten in den vergangenen Monaten ihre Attacken auf die afghanische Hauptstadt intensiviert. Mittlerweile gilt Kabul als der für Zivilisten gefährlichste Ort in dem Land. Allein 16 Prozent der im vergangenen Jahr landesweit getöteten 1831 Zivilisten starben in Kabul.

Terror widerspricht dem Scharia-Recht

Etwa eine Stunde vor dem Anschlag hatte der Ulema-Rat, wie das Spitzengremium der afghanischen Geistlichkeit heisst, eine Fatwa gegen den anhaltenden gewaltsamen Konflikt im Land ausgesprochen. Selbstmordanschläge und Explosionen seien "haram" (verboten). Ähnliche sogenannte Rechtsauskünfte hatte der Rat bereits in der Vergangenheit ausgegeben.

"Ausführung, Finanzierung und Unterstützung solcher Taten sind gegen das Scharia-Recht", hiess es in der von der Regierung via Twitter verbreiteten Erklärung der Kleriker weiter. Blutvergiessen im Namen des Dschihad in Afghanistan habe keine "Legitimität". Die Geistlichen forderten die Taliban und die Regierung zu Verhandlungen auf.

Kurz nach dem Selbstmordanschlag explodierte auf einem rund sieben Kilometer entfernten Markt in Kabul ebenfalls ein Sprengsatz. Laut Polizei wurden zahlreiche Zivilisten verletzt, die genaue Zahl war zunächst unklar.

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