US-Energieminister: Trump wurde von Gott zum Präsidenten auserwählt

Höchste Weihe für Donald Trump: Der scheidende US-Energieminister Rick Perry hält den Präsidenten nach eigenen Worten für den von Gott persönlich auserwählten Anführer der Vereinigten Staaten.

Drucken
Teilen
US-Präsident Donald Trump bei einer Rede in Glen Jean im Bundesstaat West Virginia mit Energieminister Rick Perry im Hintergrund. (Bild: KEYSTONE/AP/STEVE HELBER)

US-Präsident Donald Trump bei einer Rede in Glen Jean im Bundesstaat West Virginia mit Energieminister Rick Perry im Hintergrund. (Bild: KEYSTONE/AP/STEVE HELBER)

(sda/afp)

Auf den Posten komme niemand ohne «Gottes Segen», sagte Perry in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender Fox News. Trump selbst hatte sich im August - allerdings nach späteren eigenen Angaben im Scherz - zum «Auserwählten» erklärt.

In dem Interview berichtete Perry, ein praktizierender Christ, aus einer Unterhaltung, die er unlängst mit Trump über Glaubensthemen geführt habe. Darin habe er dem Präsidenten gesagt: «Ich weiss, dass Leute gesagt haben, Sie hätten sich zum Auserwählten erklärt. Und ich sagte: 'Das wurden Sie.' Ich sagte: 'Wenn Sie ein gläubiger Christ sind, verstehen Sie Gottes Plan für die Menschen, die über uns auf diesem Planeten in unserer Regierung herrschen und richten.'»

Allerdings halten nicht einmal Trumps glühendste Anhänger den US-Präsidenten für einen fehlerlosen Menschen. Warum Gottes Wahl dennoch auf den Immobilienmogul gefallen sei, erklärte Perry mit Verweis auf die grossen Regenten des Alten Testaments: Gott habe schon immer «unvollkommene» Menschen auf den Thron gehoben. «König David war nicht perfekt. Saul war nicht perfekt. Salomo war nicht perfekt», sagte Perry. Die göttliche Vorsehung habe sogar für den bei US-Republikanern verhassten demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama gegolten.

Breiter Rückhalt unter gläubigen Gruppierungen

Trump selbst hatte sich bereits im August im Garten des Weissen Hauses vor Reportern zum Erlöser erklärt. Es ging um den den Handelskonflikt mit China. «Das ist nicht mein Handelskrieg», sagte Trump. «Das ist ein Handelskrieg, der schon lange von anderen Präsidenten hätte geführt werden müssen. Jemand musste es machen.» Dann blickte der Präsident mit ausgebreiteten Armen hinauf zum Himmel und sagte: «Ich bin der Auserwählte.»

Zwei Tage später beteuerte er in einem Tweet, dass es sich dabei um eine «sarkastische» Bemerkung gehandelt habe. Allerdings geniesst Trump trotz seines nicht gerade frommen Lebensstils breiten Rückhalt unter konservativ-evangelikalen Gruppierungen in den USA.