US-Präsident klagt über «furchterregende Zeit» für junge Männer

In der Affäre um Vorwürfe sexueller Gewalt gegen seinen Richterkandidaten Brett Kavanaugh sieht US-Präsident Donald Trump junge Männer in einer potenziellen Opferrolle. Jemand könne als schuldig angesehen werden, ohne schuldig zu sein.

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«Heute ist man schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist»: US-Präsident Donald Trump. (Bild: KEYSTONE/AP/MATT ROURKE)

«Heute ist man schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist»: US-Präsident Donald Trump. (Bild: KEYSTONE/AP/MATT ROURKE)

(sda/afp)

Es sei eine «sehr furchterregende Zeit für junge Männer in Amerika», sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington. «Mein ganzes Leben lang habe ich gehört, dass man unschuldig ist, bis die Schuld bewiesen ist. Aber heute ist man schuldig, bis die Unschuld bewiesen ist», fügte Trump hinzu.

Kavanaugh sieht sich mit Vorwürfen von drei Frauen zu sexuellen Übergriffen während seiner High-School- und Studienzeit konfrontiert. Inzwischen ermittelt die US-Bundespolizei FBI. Seine geplante Ernennung zum Obersten Richter auf Lebenszeit ist in den USA längst zu einem Politikum vor den im November anstehenden Teilwahlen zum US-Kongress geworden.

Derweil hat Kavanaugh einen Lehrauftrag an der renommierten Jura-Graduiertenschule Harvard Law School aufgegeben. Das bestätigte ein Sprecher der Lehreinrichtung am Dienstag. Zuvor hatten hunderte Alumni eine Petition unterschrieben, in der gefordert wird, Kavanaugh den Lehrauftrag zu entziehen. Der Jurist hatte an der Harvard Law School seit rund einem Jahrzehnt einen Kurs über den Supreme Court angeboten.