Vatikan zum Skandal um Ex-Kardinal McCarrick: Es fehlten die Beweise

Der Vatikan hat in einer Aufarbeitung zum Missbrauchsskandal um den früheren US-Kardinal Theodore McCarrick das Fehlen von sicheren Beweisen für Anschuldigungen als einen Grund für sein langes Zögern benannt.

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Papst Franziskus hatte Theodore McCarrick 2019 aus dem Priesteramt entlassen. Foto: Grzegorz Galazka/Mondadori Portfolio via ZUMA/dpa

Papst Franziskus hatte Theodore McCarrick 2019 aus dem Priesteramt entlassen. Foto: Grzegorz Galazka/Mondadori Portfolio via ZUMA/dpa

Keystone/Mondadori Portfolio via ZUMA/Grzegorz Galazka
(sda/dpa)

In dem am Dienstag in Rom vorgelegten Report heisst es, Papst Franziskus habe jedoch schnell reagiert, als er von Vorwürfen von 2017 erfahren habe, die ein minderjähriges Opfer betrafen. Sie hätten sich auf Vorfälle in den 70er Jahren bezogen.

In dem Bericht ist die Rede davon, dass der frühere Papst Johannes Paul II. über zahlreiche Vorwürfe gegen den lange einflussreichen US-Kirchenmann McCarrick informiert war. Doch einige US-Bischöfe hätten «inkorrekte und unvollständige» Informationen an den Heiligen Stuhl gegeben. Johannes Paul II. habe die Vorwürfe gegen McCarrick den Untersuchungen nach nicht für begründet gehalten. Mehrfach stellte der Vatikan in dem mehr als 400 Seiten langen Bericht heraus, dass Gerüchte und Vorwürfe nicht belegt worden seien.

Papst Franziskus hatte den emeritierten Erzbischof von Washington McCarrick 2019 aus dem Priesteramt entlassen. Der heute 90-Jährige sei in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des Vatikans des sexuellen Fehlverhaltens im Umgang mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden, hiess es damals.

Im Juli 2018 hatte der Papst bereits den Rücktritt McCarricks aus dem Kardinalsstand akzeptiert. Dieser hatte nach US-Berichten mehrfach ein Fehlverhalten bestritten. In dem Skandal war auch Franziskus (83) selbst in die Kritik geraten. Es gab Vorwürfe, der Pontifex aus Argentinien haben Anschuldigungen gegen McCarrick zu lange ignoriert.