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Vier Tote durch israelische Luftangriffe im Gazastreifen

Militante Palästinenser haben am Samstag etwa 200 Raketen auf Israel abgefeuert und damit heftige Vergeltungsangriffe der israelischen Armee ausgelöst. Bei den Bombardements im Gazastreifen starben ein Kleinkind, dessen schwangere Mutter sowie zwei Männer.
Eine Explosion, ausgelöst durch einen israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen. (Bild: KEYSTONE/AP/KHALIL HAMRA)

Eine Explosion, ausgelöst durch einen israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen. (Bild: KEYSTONE/AP/KHALIL HAMRA)

(sda/afp)

17 weitere Palästinenser seien verletzt worden, teilte die im Gazastreifen regierende Hamas mit. Auch aus Israel wurden mehrere Verletzte gemeldet.

Die israelische Armee erklärte, etwa 200 Raketen seien vom Gazastreifen auf den Süden und das Zentrum Israels abgefeuert worden. Mehrere Dutzend Geschosse seien abgefangen worden.

Die meisten anderen Geschosse gingen nach Polizeiangaben auf unbewohntem Gebiet nieder. In der Stadt Kirjat Gat erlitt eine Frau bei der Explosion einer Rakete schwere Verletzungen. Ausserdem wurde ein 50-jähriger Israeli bei einem Raketenangriff auf die Stadt Aschkelon verwundet.

Darüber hinaus habe es weitere Verletzte gegeben, erklärte die Polizei, ohne nähere Angaben zu machen. Bis in den Abend warnten Sirenen vor weiteren Angriffen. Die Gruppe Islamischer Dschihad bekannte sich zu einem Teil der Raketenangriffe und drohte mit weiteren Attacken.

Im eigenen Haus getötet

Das Gesundheitsministerium der von der radikalislamischen Hamas geführten Regierung im Gazastreifen erklärte, in Gaza seien ein 14 Monate altes Mädchen und dessen 37-jährige schwangere Mutter gestorben, als die israelische Armee das Wohnhaus der Familie beschossen habe. Ausserdem seien ein 22-Jähriger und ein 25-Jähriger getötet worden und es gebe 17 Verletzte.

Eine israelische Armeesprecherin sagte, ihr lägen keinerlei Informationen zu einem womöglich getöteten Kleinkind vor. Die Armee beteuert stets, dass sie bei ihren Vergeltungsangriffen nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ausschliesslich militante Palästinenser ins Visier nimmt.

Am Samstag beschossen israelische Panzer und Kampfflugzeuge nach Armeeangaben rund 120 solcher Ziele, darunter ein Angriffstunnel des Islamischen Dschihad, welcher aus dem Gazastreifen bis nach Israel reichte. Armeesprecher Jonathan Conricus erklärte, in den kommenden Stunden würden die «offensiven Anstrengungen» im Gazastreifen noch erhöht.

Grenzübergänge geschlossen

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beriet mit Vertretern des Sicherheitsapparats über die Lage. Die Grenzübergänge für Menschen und Waren zwischen Israel und dem Gazastreifen wurden vorerst geschlossen und die Fischereizone vor der Küste des Gazastreifens gesperrt.

Die Europäische Union forderte ein sofortiges Ende der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und eine Deeskalation des Konflikts. Israelis und Palästinenser hätten «beide das Recht, in Frieden, Sicherheit und Würde zu leben», fügte EU-Sprecherin Maja Kocijancic in einer Erklärung hinzu.

Am Freitag waren bei den gewaltsamsten Protesten seit Wochen an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel vier Palästinenser getötet sowie zwei israelische Soldaten verletzt worden. 50 weitere Demonstranten wurden nach palästinensischen Angaben durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt. Nach israelischen Armeeangaben beteiligten sich etwa 7400 Palästinenser an den Demonstrationen.

Vorübergehende Entspannung

Israel und radikale Palästinenser hatten sich vor der israelischen Parlamentswahl am 9. April auf einen von Ägypten vermittelten Waffenstillstand verständigt. Wochenlang flauten die Auseinandersetzungen merklich ab. Am Dienstag schränkte Israel den Fischereibereich für Schiffe aus dem Gazastreifen ein. Seither nahmen die Spannungen wieder zu.

Bereits seit gut einem Jahr finden jeden Freitag Demonstrationen entlang der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel statt. Seitdem wurden mehr als 270 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen an der Grenze. Im selben Zeitraum wurden dort zwei israelische Soldaten getötet.

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