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Wahl in der Ukraine beginnt ruhig und mit grossem Sicherheitsaufgebot

Unter grossen Sicherheitsvorkehrungen ist die Präsidentenwahl in der Ukraine angelaufen. Die Wahlleitung in Kiew sprach von einem weitgehend störungsfreien Start der Abstimmung in den rund 30'000 Wahllokalen.
«Heute beginnt ein neues Leben - ohne Korruption, ohne Schmiergeld»: Wladimir Selenski, der Favorit der Wahlen in der Ukraine, am Sonntag. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/GISELA LINSCHINGER)

«Heute beginnt ein neues Leben - ohne Korruption, ohne Schmiergeld»: Wladimir Selenski, der Favorit der Wahlen in der Ukraine, am Sonntag. (Bild: KEYSTONE/APA/APA/GISELA LINSCHINGER)

(sda/dpa)

Zehntausende Einsatzkräfte im ganzen Land sorgten bei schönen Frühlingswetter für einen ruhigen Ablauf.

Die Wahlbeteiligung lag um 11 Uhr Ortszeit (10 Uhr mitteleuropäische Zeit) bei rund 16 Prozent, wie die Leitung mitteilte. Erste Angaben zu Nachwahlbefragungen werden unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale ab 19 Uhr MESZ erwartet.

Spannend wird sein, wie der politische Quereinsteiger, Schauspieler und Komiker Wladimir Selenski bei der Wahl in dem kriegsgebeutelten Land abschneiden wird. In Umfragen hat der 41-Jährige seit Wochen einen deutlicher Vorsprung auf Amtsinhaber Petro Poroschenko und Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Den 36 weiteren Bewerbern werden keine Chancen eingeräumt. Eine Stichwahl unter den zwei Stimmenstärksten soll in wenigen Wochen stattfinden, wenn keiner der Kandidaten die eindeutige Mehrheit für sich beanspruchen kann.

Noch nie so viele Kandidierende

Rund 30 Millionen Ukrainer sind wahlberechtigt, unter den insgesamt 39 Kandidaten ihr Staatsoberhaupt zu bestimmen. Noch nie in der Geschichte des osteuropäischen Landes gab es so viele Kandidierende. Der überlange Stimmzettel von 80 Zentimetern bereitet vielen Wählern jedoch Probleme. Vor allem ältere Menschen kämpften mit dem Wahlzettel, bis er in der Urne landete, berichtete ein Reporter der deutschen Nachrichtenagentur DPA.

Poroschenko wurde unter grossem Sicherheitsaufgebot von seiner Frau, seinen Kindern und einem Enkel begleitet. Bei der Stimmabgabe schwor er die Wähler noch einmal auf einen prowestlichen Kurs ein. «Diese Wahl ist eine absolute Grundvoraussetzung für unsere Bewegung vorwärts, zu unserer Mitgliedschaft in EU und Nato», sagte er. Es sei für ihn eine Schicksalswahl. Poroschenko hatte bereits mehrfach die Idee eines Referendums für den Beitritt zu Nato und EU vorgebracht.

Auch Timoschenko betonte im Wahllokal, dass das nach IWF-Statistik ärmste Land Europas nach Westen streben sollte. «Wir müssen einen Schritt vorwärts gehen, hin zu einer erfolgreichen, blühenden, europäischen Ukraine», sagte sie.

«Leben ohne Schmiergelder»

Selenski zeigte sich bei der Stimmabgabe in Kiew gut gelaunt. Er sehe durch die hohe Kandidatendichte, dass die Demokratie in der Ex-Sowjetrepublik funktioniere, sagte er. «Wir sind ein demokratisches Land. Je mehr Kandidaten, umso besser. Das bedeutet mehr Demokratie.» Selenski war mit seiner Frau Jelena ins Wahllokal gekommen, wo sich Dutzende Journalisten um den Kandidaten drängten.

Kritiker werfen dem Komiker politische Unerfahrenheit und Populismus vor. Er wurde mit einer Comedy-Serie populär, in der er den ukrainischen Präsidenten darstellt, der mit der korrupten Machtelite aufräumt. «Heute beginnt ein neues Leben - ohne Korruption, ohne Schmiergeld», sagte Selenski. Präsident Poroschenko wurde im Wahlkampf vermehrt Korruption vorgeworfen.

Russland beobachte den Ausgang der Abstimmung sehr genau, kündigte der Kreml in Moskau bereits im Vorfeld an. Der ehemalige Bruderstaat wird in Kiew seit der Einverleibung der Schwarzmeerhalbinsel Krim durch Moskau und dem Krieg im Osten zwischen Regierungssoldaten und prorussischen Separatisten als Feind gesehen.

Die Ukraine weigerte sich bereits im Vorfeld, russischen Wahlbeobachtern die Einreise zu genehmigen. Das löste in Moskau grosse Empörung aus. Insgesamt werden mehr als 2300 internationale Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die Wahl überwachen.

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