Weitere 22 Todesfälle durch Lungenkrankheit Covid-19 in China

In China sind weitere 22 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, wurde seit Sonntag 21 Opfer in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet.

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China hat am Montag erneut rückläufige Zahlen für Infektionen sowie Todesopfer beim Coronavirus bekanntgegeben.

China hat am Montag erneut rückläufige Zahlen für Infektionen sowie Todesopfer beim Coronavirus bekanntgegeben.

KEYSTONE/EPA/YUAN ZHENG
(sda/dpa/reu/afp)

Ein weiterer Patient starb in der südchinesischen Provinz Guangdong. Die Zahl neu Infizierter sank laut den offiziellen Angaben weiter auf landesweit 40 Fälle. Es wird jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. Mit den jüngsten Angaben sanken die Coronavirus-Opferzahlen allerdings erneut: Am Samstag hatte es 44 neue bestätigte Fälle gegeben und die Zahl der Toten hatte an dem Tag 27 betragen.

An der Lungenkrankheit Covid-19 sind in China bisher mehr als 3000 Menschen verstorben. Über 80'735 Infektionen wurden nachgewiesen, jedoch gelten mehr als 58'000 Patienten mittlerweile als geheilt.

Schliessung von Spitälern

Die Zahlen der Neuinfektionen in Hubei, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, zeigen bereits seit mehreren Wochen einen Abwärtstrend. Elf der 16 provisorischen Spitäler in der Provinzhauptstadt Wuhan, die nach Ausbruch des Erregers eingerichtet worden waren, wurden inzwischen geschlossen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Montag berichtete. Nach Angaben der Provinzregierung sind in Wuhan fast 31'000 in den Hospitälern behandelte Coronavirus-Patienten genesen und entlassen worden.

Am Freitag hatte ein hochrangiger chinesischer Regierungsvertreter angedeutet, dass die Abriegelung von Hubei möglicherweise schon bald beendet werden könnte. Die Abschottungsmassnahmen betreffen rund 56 Millionen Menschen.

Positive Signale auch Andernorts

In Südkorea mehren sich nach dem Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 auch hier die Anzeichen für einen langsameren Anstieg bei den Infektionen. Am Sonntag seien 248 neue Infektionsfälle mit dem Virus Sars-CoV-19 erfasst worden, teilten die Gesundheitsbehörden des Landes am Montag mit. Die Gesamtzahl stieg auf 7382.

Die Zahl der bisherigen Todesfälle, die mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht werden, wurde mit 51 angegeben.

Südkoreas Premierminister Chung Sye Kyun äusserte sich laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap vorsichtig optimistisch, die Verbreitung des Virus weiter eingrenzen zu können. Es gebe Hoffnung, «dass wir uns in naher Zukunft dem Wendepunkt nähern», wurde Chung zitiert.

Erfolgreiche Tests

Die Fallzahlen vom Sonntag und Samstag lagen deutlich unter den nachgewiesenen Fällen in den Tagen davor. Am Samstag hatten die Behörden 367 Infizierungen gemeldet. Es war das erste Mal seit dem 26. Februar, dass weniger als 400 neue Fälle an einem Tag diagnostiziert worden waren.

Als ein Grund für die Verlangsamung werden in Südkorea die Virustests unter den mehr als 200'000 Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu angenommen. Die Sekte steht im Mittelpunkt des Ausbruchs. Etwa 60 Prozent der Infektionsfälle werden mit Anhängern der Sekte in der südöstlichen Millionen-Stadt Daegu in Verbindung gebracht. Die Mehrzahl der neu erfassten Fälle vom Wochenende konzentrierte sich erneut auf Daegu und die umliegende Region.

Südkorea hatte am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen.

Ausbreitung in Frankreich

Unter den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung gibt es derweil zwei weitere Fälle von Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus. Dies teilte am Sonntag die regionale Gesundheitsbehörde ARS Île-de-France mit. Die Zahl der infizierten Abgeordneten der Parlamentskammer stieg damit auf mindestens vier.

Die Namen der zwei weiteren infizierten Abgeordneten gab die Behörde nicht bekannt. Nach ihren Angaben steckten sich zudem zwei Bedienstete der Nationalversammlung mit dem Coronavirus an.

Der Abgeordnete Jean-Luc Reitzer, dessen Corona-Infektion am Donnerstag bekanntgegeben worden war, wurde auf eine Intensivstation gebracht. Sein Zustand sei stabil, verlautete am Samstag aus Reitzers Umfeld. Die Parlamentarierin Elisabeth Toutut-Picard, deren Infektion am Samstag bekanntgegeben worden war, wurde inzwischen aus dem Spital entlassen.

Frankreich ist mit Italien und Deutschland das am stärksten von dem Coronavirus betroffene Land der EU. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden stieg die Zahl der bestätigten Ansteckungsfälle in Frankreich bis Sonntag auf 1126, die Zahl der Todesopfer wuchs auf 19.