Weitere Zunahme von Coronavirus-Fälle in China und Südkorea

In China sterben weiter viele Menschen durch das neuartige Coronavirus. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Samstag mitteilte, kamen weitere 28 Menschen durch Sars-CoV-2 ums Leben. Die Gesamtzahl der Toten seit Ausbruch von Covid-19 lag damit in China bei 3070.

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In China und Südkorea werden immer mehr Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Auf dem Bild: Eine südkoreanische Labormitarbeiterin mit einer zu untersuchenden Probe.

In China und Südkorea werden immer mehr Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Auf dem Bild: Eine südkoreanische Labormitarbeiterin mit einer zu untersuchenden Probe.

KEYSTONE/EPA/JEON HEON-KYUN
(sda/dpa)

Zudem wurden 99 neue Infektionen registriert. Laut offiziellen Angaben haben sich bislang mehr als 80'000 Menschen auf dem chinesischen Festland mit dem Erreger infiziert, von denen über 55'000 geheilt wurden.

Südkorea meldete ebenfalls erneut steigende Zahlen: Die Gesundheitsbehörden registrierten mehr als 480 neue Infektionen. Die Gesamtzahl der Menschen im Land, die bisher positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden, sei auf 6767 gestiegen, teilten die Zentren für Gesundheitskontrolle und Prävention am Samstag mit. Die Zahl der Todesfälle, die in Verbindung mit dem Virus gebracht werden, kletterte um zwei auf 44.

Kreuzfahrtschiff vor Kalifornien gestoppt

Auch in den USA sorgt die Krankheit zunehmend für Probleme: Auf dem vor der Küste Kaliforniens gestoppten Kreuzfahrtschiff «Grand Princess» waren mindestens 21 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, in einem nächsten Schritt sollten alle Menschen an Bord getestet und bei einer möglichen Infektion in Quarantäne untergebracht werden.

Die Behörden hatten das Schiff nach dem Coronavirus-Tod eines früheren Passagiers rund 100 Kilometer vor der Küste Kaliforniens gestoppt. Insgesamt sollen sich rund 2400 Passagiere und 1100 Crewmitglieder an Bord befinden.

Vier Schweizer auf Kreuzfahrtschiff

Auch vier Schweizer Staatsangehörige befinden sich auf dem Kreuzfahrtschiff, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Samstagmorgen auf seiner Webseite mitteilte. Das Schweizer Generalkonsulat in San Francisco stehe mit den lokalen Behörden in Kontakt.

Verglichen mit anderen Ländern ist die Zahl der Krankheits- und Todesfälle in den USA gering. Bislang sind nach offiziellen Angaben 15 Menschen in den Vereinigten Staaten an dem Virus gestorben. Weltweit sind knapp 100'000 Infektionen und über 3300 Todesfälle bestätigt.

Allerdings wurde aus Sorge vor einer weiteren Verbreitung der Krankheit das Techfestival South by South West, das normalerweise jährlich Zehntausende Besucher in die texanische Metropole Austin zieht, abgesagt. Das seit 1987 jährlich stattfindende Treffen, das inzwischen unter anderem ein Filmfestival, ein Musikfestival und ein Digital- und Techfestival beinhaltet, zählt zu einem der wichtigsten Branchentreffen und zieht auch zahlreiche internationale Besucher an.

Gesundheitchecks an Grenzen

Mehrere europäische Länder ergriffen am Freitag weitere Massnahmen im Kampf gegen das Virus. Österreich stellt für zwei Wochen sämtliche Direktflüge nach Südkorea, Mailand, Bologna und in den Iran ein, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien mitteilte.

Ausserdem sollen an der Grenze zu Italien punktuell Gesundheitschecks durchgeführt werden. Reisende, die aus Südkorea, dem Iran und Teilen Chinas in die Alpenrepublik wollen, müssen mit einer ärztlichen Bestätigung nachweisen, dass sie nicht mit dem neuen Coronavirus infiziert sind.

Frankreich kündigte die Schliessung von Schulen in zwei besonders betroffenen Départements an. Wie Premierminister Édouard Philippe in Paris ankündigte, gelten die neuen Massnahmen für den Verwaltungsbezirk Haut-Rhin im südlichen Elsass und den Verwaltungsbezirk l'Oise im Norden des Landes. Kinderkrippen, Kindergärten, weiterführende Schulen oder Gymnasien sollen in den beiden Départements von diesem Montag an für zwei Wochen geschlossen bleiben.

Ausnahmezustand in Island

Die isländische Regierung rief den Ausnahmezustand für die Nordatlantik-Insel aus. Erstmals hätten sich zwei Menschen in Island selbst mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt, sagte Chef-Epidemiologe Thorolfur Gudnason. Die bisher Infizierten hätten sich in Österreich oder Italien angesteckt.

Insgesamt habe sich die Zahl der bestätigten Fälle in dem kleinen europäischen Land nun auf 43 erhöht, hiess es weiter. Der Ausnahmezustand bedeutet, dass in Institutionen strengere Regeln zur Prävention eingehalten werden müssen.

Malta wies derweil ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 2000 Menschen an Bord ab. Auf Malta wurde bislang keine Infektion mit Sars-CoV-2 registriert. Das Kreuzfahrtschiff steuert der Reederei zufolge nun die italienische Stadt Messina an.