WHO: Europa muss sich jetzt auf zweite Corona-Welle vorbereiten

Die europäischen Staaten sollten sich nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits jetzt auf eine zweite tödliche Welle von Coronavirus-Infektionen einstellen.

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Eine medizinische Mitarbeiterin in Schutzkleidung macht einen Antikörper-Test von einem Patienten an einer Covid-19-Teststation im finnischen Vantaa, bei der die Patienten mit ihrem Auto durchfahren können. Foto: Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa

Eine medizinische Mitarbeiterin in Schutzkleidung macht einen Antikörper-Test von einem Patienten an einer Covid-19-Teststation im finnischen Vantaa, bei der die Patienten mit ihrem Auto durchfahren können. Foto: Emmi Korhonen/Lehtikuva/dpa

Keystone/Lehtikuva/Emmi Korhonen
(sda/dpa)

Es sei an der «Zeit für die Vorbereitung, nicht für Feierlichkeiten», sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, am Montag der britischen Zeitung «The Telegraph». Er reagierte damit auf die Lockerung von Massnahmen gegen die Pandemie in mehreren Ländern.

Besonders besorgt äusserte sich der WHO-Regionaldirektor über die Möglichkeit einer «Doppelwelle». «In dem Fall könnten wir eine zweite Covid-Welle haben und eine saisonale Grippe oder die Masern.» Viele Kinder seien nicht gegen die Masern geimpft, warnte Kluge. Die Länder müssten die Zeit nun nutzen, um ihr Gesundheitswesen zu stärken und zum Beispiel die Kapazitäten in Krankenhäusern auszubauen.

Zwar gingen in Staaten wie Grossbritannien, Frankreich und Italien die Fallzahlen zurück, sagte der Experte. Aber das bedeute noch nicht, dass sich die Pandemie dem Ende nähere. Wegen der Coronakrise hält die WHO ihre zweitägige Jahresversammlung bis Dienstag nur online ab.