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Zehntausende Griechen protestieren gegen Mazedonien-Kompromiss

Zehntausende Griechen haben am Sonntag in Athen gegen einen Kompromiss im Streit um den künftigen Namen des Nachbarlandes Mazedonien protestiert. Die Abgeordneten stimmen in den kommenden Tagen über die umstrittene Vereinbarung ab.
Die Polizei muss eine Gruppe von Demonstranten davon abhalten, zum Parlamentsgebäude durchzubrechen. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)Die Polizei muss eine Gruppe von Demonstranten davon abhalten, zum Parlamentsgebäude durchzubrechen. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)
Sie wollen nichts wissen von einem nördlichen Nachbar mit Namen Nordmazedonien. Demonstranten am Sonntag in Athen. (Bild: Keystone/EPA/ORESTIS PANAGIOTOU)Sie wollen nichts wissen von einem nördlichen Nachbar mit Namen Nordmazedonien. Demonstranten am Sonntag in Athen. (Bild: Keystone/EPA/ORESTIS PANAGIOTOU)
Demonstranten schwenken griechische Flaggen vor dem Parlament in Athen. Sie sind dagegen, dass ihr nördliches Nachbarland künftig Nordmazedonien heisst. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)Demonstranten schwenken griechische Flaggen vor dem Parlament in Athen. Sie sind dagegen, dass ihr nördliches Nachbarland künftig Nordmazedonien heisst. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)
Ein Demonstrant bekämpft die Polizei mit einer griechischen Flagge. Tausende protestierten in Athen gegen den neuen Namen Nordmazedonien für den nördlichen Nachbarstaat. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)Ein Demonstrant bekämpft die Polizei mit einer griechischen Flagge. Tausende protestierten in Athen gegen den neuen Namen Nordmazedonien für den nördlichen Nachbarstaat. (Bild: Keystone/AP/Yorgos Karahalis)
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Zehntausende Griechen protestieren gegen Mazedonien-Kompromiss

(sda/afp)

Derzufolge soll der nördliche Nachbar künftig Nordmazedonien heissen. Die Demonstranten strömten auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament zu einer ultranationalistischen Massenkundgebung zusammen. Demonstranten trafen mit hunderten Bussen aus allen Teilen des Landes ein, vor allem aus Nordgriechenland.

Der Platz war in ein Meer blauweisser griechischer Fahnen getaucht. Auf einem grossen Transparent wurde ein Volksentscheid über den neuen Landesnamen gefordert. Zu den Hauptveranstaltern der Protestdemonstration gehörte das «Kampfkomitee für Mazedoniens Griechentum». Mobilisiert hatte auch die Neonazi-Partei Goldene Morgenröte (Chryssi Avghi).

Die Polizei war mit 2000 Beamten, Drohnen und Hubschraubern im Einsatz. Polizisten setzten Tränengas gegen etwa 30 vermummte Demonstranten ein, die in der Nähe des Denkmals für den unbekannten Soldaten mit Gegenständen warfen und versuchten, die Absperrung zum Parlament zu durchbrechen. Teilnehmer der Kundgebung waren auch griechisch-orthodoxe Kirchengruppen und Popen.

Die Oppositionsparteien, die den von Regierungschef Alexis Tsipras ausgehandelten Namenskompromiss ablehnen, hatten nicht offiziell zu der rechten Kundgebung aufgerufen. Sie stellten es vielmehr ihren Anhängern anheim, sich daran zu beteiligen. Einige Abgeordnete der konservativen Nea Dimokratia waren vor Ort, unter ihnen der ehemalige Ministerpräsident Antonis Samaras. Er sprach von einer «Demonstration für die Demokratie, für Griechenland, für unser Recht».

Belastung seit fast drei Jahrzehnten

Der Namensstreit belastet die Beziehungen zwischen Griechenland und seinem nördlichen Nachbarn schon seit fast drei Jahrzehnten. Der Konflikt reicht ins Jahr 1991 zurück, als die ehemalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und für sich den Namen Mazedonien wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens.

Athen blockierte mit seiner Haltung die Beitrittsgespräche Skopjes mit der Europäischen Union und der Nato-Militärallianz. Wegen des schwelenden Konflikts wird Mazedonien bei der Uno bis jetzt mit dem sperrigen Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) geführt.

Im vergangenen Juni einigten sich beide Länder dann auf den Namen Nordmazedonien. Das Parlament in Skopje stimmte dem am 11. Januar zu. Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras, der am vergangenen Mittwoch die Vertrauensfrage im Parlament knapp gewann, ist zuversichtlich, dass sich auch in der Mazedonienfrage eine Mehrheit von mindestens 151 der 300 Abgeordneten finden wird.

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