Zeitung: Lockerbie-Flugzeugabsturz könnte neu aufgerollt werden

Mehr als 30 Jahre nach dem Anschlag auf einen Jumbo-Jet über dem schottischen Lockerbie wird der Terrorakt möglicherweise juristisch neu aufgerollt. Eine Kommission für Justizirrtümer in Grossbritannien berät über die mögliche Eröffnung eines Berufungsverfahrens.

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Beim Absturz des Jumbo-Jets der früheren US-Fluglinie Pan Am über dem schottischen Lockerbie im Jahr 1988 kamen 270 Menschen ums Leben. (Bild: KEYSTONE/AP NY)

Beim Absturz des Jumbo-Jets der früheren US-Fluglinie Pan Am über dem schottischen Lockerbie im Jahr 1988 kamen 270 Menschen ums Leben. (Bild: KEYSTONE/AP NY)

(sda/dpa)

Als das Flugzeug der früheren US-Fluglinie Pan Am im Dezember 1988 abstürzte, starben 270 Menschen, darunter auch elf Dorfbewohner. Bisher wurde nur der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Bassit al-Megrahi verurteilt. Er starb 2012 an Krebs. Seine Angehörigen legten Revision ein.

Anfang 2020 will die Scottish Criminal Cases Review Commission (SCCRC) laut «Welt am Sonntag» entscheiden, ob sie dem obersten Gericht in Schottland die Eröffnung eines Berufungsverfahrens empfiehlt. Die Kommission kümmert sich um Justizirrtümer.

Weil SCCRC Rechtshilfeersuchen an die deutsche Justiz gestellt hatte, wurden der «Welt am Sonntag» zufolge auch Dutzende ehemalige Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit vernommen. Hintergrund sei, dass Anfang der 90er Jahre bei den Ermittlungen eine Spur nach Ost-Berlin führte, der nun erneut nachgegangen werde.

Der österreichische Völkerrechtsexperte Hans Köchler, der den Prozess für die Vereinten Nationen beobachtet hatte, sagte der Zeitung: «Der Lockerbie-Prozess hat mehr einer Geheimdienstoperation geglichen als einem ordentlichen Gerichtsverfahren.»