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Lokomotive rast in Kairo in Bahnhof - mindestens 25 Personen sterben

In Kairos Ramses-Bahnhof ereignete sich ein schweres Zugunglück. Mindestens 25 Menschen starben, als eine Diesellok in voller Fahrt in einen Prellbock krachte und in Brand geriet.
Martin Gehlen
Nach dem Unglück und dem Brand der Lok versammeln sich Schaulustige auf den Perrons. Bild: Nariman El-Mofty/AP (Kairo, 27. Februar 2019)
Dieser Buchladen im Bahnhof wurde vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: KEYSTONE/EPA/KHALED ELFIQI)
Der Zug brannte komplett aus, nachdem er in einen Betonblock gerast war. (Bild: KEYSTONE/EPA/MOHAMED HOSSAM)
Ein zerstörter Zug im Hauptbahnhof Ramses in Kairo. (Bild: Keystone/EPA/KHALED ELFIQI)
Der Hauptbahnhof in der Kairoer Innenstadt wird komplett abgeriegelt. (Bild: KEYSTONE/EPA/MOHAMED HOSSAM)
Das Mobiliar im Bahnhof wurde zum Teil komplett zerstört. (Bild: KEYSTONE/EPA/KHALED ELFIQI)
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Zug kracht in Kairoer Hauptbahnhof - Mindestens 20 Tote

Eine Diesellokomotive, die am Freitagvormittag ungebremst in den Hauptbahnhof von Kairo raste, hat dort ein ungeheures Inferno ausgelöst. Auf Bildern einer Überwachungskamera ist zu sehen, wie die schwere Maschine vorbei an dem vollen Bahnsteig in einen Prellbock raste und mit einer gigantischen Explosion in Flammen aufging. Eine zweite Kamera zeigte Passagiere, die nach dem Unglück in Todesangst davonliefen und um Hilfe schrien, einige mit lichterloh brennenden Kleidern.

Augenzeugen zählten später am Unglücksort mehr als ein Dutzend verkohlte und verstümmelte Leichen. Die Dieselflammen setzten auch andere Teile des denkmalgeschützten Gebäudes in Brand, über dem schwarze Rauchwolken aufstiegen. Nach ersten Angaben des Gesundheitsministeriums starben mindestens 25 Menschen, und über 40 weitere wurden verletzt. Viele Überlebende sind in einem kritischen Zustand, so dass sich die Zahl der Todesopfer noch weiter erhöhen könnte.

Auf den Perrons brach Panik aus

Der Ramses-Bahnhof im Zentrum von Kairo ist die wichtigste Drehscheibe des ägyptischen Schienenverkehrs, wo Tag für Tag Zehntausende Menschen ankommen und abfahren. Unter den Passagieren, die am Unglückstag dicht gedrängt auf den Perrons warteten, brach Panik aus. Der gesamte Bahnhof wurde evakuiert und der Zugverkehr eingestellt. Nachdem die Flammen gelöscht waren, zeigten Fotos die in dem Gleisbett verkantete, verkohlte Diesellok vor einer rauchgeschwärzten Wand und Waggons, die offensichtlich aus den Schienen gesprungen waren. Die Unglücksursache liegt bisher im Dunkeln. Nach einer ersten Einschätzung jedoch schliessen die ägyptischen Sicherheitsbehörden einen Terroranschlag offenbar aus. Augenzeugen wollen beobachtet haben, wie der Lokführer noch versuchte, die Menschen zu warnen, bevor er von der Maschine sprang. Ministerpräsident Mostafa Madbouly versprach beim Besuch der Unglücksstelle, die Ursache der Katastrophe genau ermitteln zu lassen. Man werde alle Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen und hart bestrafen. Gleichzeitig beschloss das ägyptische Kabinett, der Familie jedes Toten eine Entschädigung von umgerechnet 4000 Euro zu zahlen. Verletzte sollen 1250 Euro erhalten. Während Ägypten unter Ex-Feldmarschall Abdel Fattah al-Sisi im letzten Jahr zum zweitgrössten Waffenkäufer des Nahen Ostens aufstieg und für 80 Milliarden Euro eine neue Hauptstadt aus dem Wüstenboden stampfen will, fehlt es bei der Infrastruktur für die breite Bevölkerung unverändert am Nötigsten.

Eisenbahnnetz in völlig desolatem Zustand

Das Eisenbahnnetz ist in einem völlig desolaten Zustand. Immer häufiger kommt es zu schweren Unglücken, deren Gesamtzahl sich seit 2006 inzwischen auf mehr als 12000 beläuft. Nach Angaben der Nationalen Statistikbehörde stieg die Zahl der Kollisionen von 781 im Jahr 2013 auf 1793 im Jahr 2017. Allein 40 Menschen starben, als im August 2017 zwei Züge nahe Alexandria zusammenprallten. 2012 verloren 49 Schulkinder und drei Lehrer ihr Leben, als ihr Bus nahe der oberägyptischen Stadt Assiut von einer Lokomotive erfasst wurde. Der Bahnwärter hatte die Schranke nicht geschlossen, weil er eingenickt war. Das schwerste Zugunglück ereignete sich 2002, als ein ganzer Personenzug in Flammen aufging. Damals verloren 373 Menschen ihr Leben.

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