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Zwölf Tote und apokalyptische Szenen in Italien: Unwetter erreichen Sizilien

Schwere Unwetter haben in Sizilien am Wochenende zwölf Tote gefordert. Im Nordwesten Italiens haben Stürme Millionen Bäume umgefegt; in Teilen der Dolomiten ist die Skisaison gefährdet.
Dominik Straub, Rom
In diesem Haus in Casteldaccia kamen bei Überschwemmungen neun Menschen ums Leben. Bild: Guglielmo Magiapane/Reuters (4. November 2018)

In diesem Haus in Casteldaccia kamen bei Überschwemmungen neun Menschen ums Leben. Bild: Guglielmo Magiapane/Reuters (4. November 2018)

Nachdem vor einer Woche die schwersten Schäden in den Regionen Ligurien und Veneto zu verzeichnen gewesen waren, haben die Unwetter in Italien am Wochenende auch Sizilien heimgesucht – mit voller Wucht. In der Nacht auf Sonntag sind in der Provinz Palermo zwei Familien fast vollständig ausgelöscht worden, als ihr Haus in Casteldaccia von dem sonst harmlosen Fluss Milicia überflutet wurde. Extremer Starkregen hatte die Milicia innerhalb von wenigen Minuten über die Ufer treten lassen und in einen reissenden Strom verwandelt. Unter den neun Toten, die in dem Haus geborgen wurden, befanden sich auch drei Kinder.

Zwei weitere Tote forderten die Unwetter in Agrigento; laut italienischen Medienberichten handelt es sich dabei möglicherweise um zwei deutsche Touristen, die in ihrem Auto von einem über die Ufer getretenen Fluss überrascht wurden. Ein weiterer Toter wurde aus der Stadt Vicari gemeldet. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Unwetter in Italien ist auf über 30 gestiegen.

Der Sturm hat einen ganzen Wald bei Belluno umgemäht. (Bild: Diego Riva / EPA (Belluno, 3. November 2018))
Die Behörden schauen sich bei Belluno in Venetien das Schadensausmass ans (Bild: Feuerwehr / AP, 4. November 2018))
Baumstämme treiben auf dem Piave-Fluss nahe Belluno im Nordosten Italiens. (Bild: Feuerwehr/AP (Belluno, 3. November 2018))
Bei Belluno hat der Sturm ganze Wälder abrasiert. (Bild: Feuerwehr / AP, 3. November 2018))
In diesem überfluteten Haus in der Nähe von Palermo haben neun Menschen ihr Leben verloren. (Bild: Mike Palazzotto/ANSA via AP (Casteldaccia, 4. November 2018))
Ein zerstörtes Gebäude in der Region Veneto in Norditalien. (Bild: Diego Riva/EPA (Pettorina, 3. November 2018))
Auch Sizilien wurde von den Fluten schwer getroffen: In der Nähe des Milicia-Fluss verloren neun Menschen ihr Leben, als ihr Haus in Casteldaccia überflutet wurde. (Bild: Ruggero Farkas/ANSA via AP (4. November 2018))
Der Milicia-Fluss führte nach Tagen des Regens sehr viel Wasser. (Bild: Ruggero Farkas/EPA (Casteldaccia, 4. November 2018))
Auch in Terracina hat der Sturm gewütet. (Bild: Handout / EPA, 29. Oktober 2018)
Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conto macht sich vor Ort ein Bild des Unwetters. (Bild: Handout)
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Italien im Griff enormer Naturgewalten

«Apokalyptische Situation»

In Sizilien mussten Dutzende Menschen aus ihren Häusern evakuiert werden; zahlreiche Strassen und Bahnlinien wurden von Schlammlawinen und Erdrutschen unpassierbar gemacht. In vielen Orten fielen Strom und Handynetz aus. In Sizilien, Kalabrien sowie in einigen Regionen Mittelitaliens herrschte gestern weiterhin Unwetter-Alarm. Erst für heute ist eine Wetterberuhigung prognostiziert.

In Ligurien und Venetien, die zu Beginn der Unwetterperiode am schlimmsten getroffen worden waren, war es gestern vergleichsweise ruhig. Das erlaubte es den Behörden, sich ein Bild von der Situation zu machen. Nach einem Flug im Hubschrauber über die Provinz Belluno und die Dolomiten sprach der nationale Zivilschutzchef Angelo Borrelli von einer «apokalyptischen Situation». Der Präsident der Region Venetien bezifferte die Schäden im Veneto auf mindestens eine Milliarde Euro. «Es sieht aus wie nach einem Erdbeben.»

In der Provinz Belluno, in einigen Tälern des Friaul und in den Dolomiten waren Sturmböen von über 180 km/h durch die Täler gefegt; Bäume wurden wie Streichhölzer umgeworfen; Strommasten verbogen sich, Hunderte Gebäude wurden ganz oder teilweise abgedeckt. Zehntausende Häuser blieben ohne Strom und zum Teil ohne Trinkwasser. Laut dem nationalen Verband der Waldwirtschaft und dem Bauernverband Coldiretti sind dem Sturm 14 Millionen Bäume zum Opfer gefallen; ganze Berghänge sind kahl. Alleine die Räumung der umgeworfenen Bäume wird Millionen Euro kosten.

In Dutzenden Skigebieten – unter anderen im «Dolomiti Superski», einem der grössten Skigebiete Europas – ist der Beginn der Skisaison gefährdet. «Die Wassermassen und Erdrutsche haben Gräben von bis zu 5 Metern Tiefe in die Skipisten gerissen, die Wasserleitungen für die Schneekanonen sind zum Teil zerstört. Für uns ist das eine Katastrophe», sagt Bergbahn-Chef Roberto Denicolò. Innenminister Matteo Salvini flog gestern nach Belluno, um der Bevölkerung die Hilfe der Regierung zu versprechen. Vor seinem Abflug hatte Salvini mit einem Selfie für Empörung gesorgt: Er posierte wie immer grinsend vor der Kamera und wünschte seinen Fans auf Twitter «buona domenica» – garniert mit einem augenzwinkernden Smiley.

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