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Banksy am «Bataclan»? Wirbel um Wandbilder in Paris

Paris im Banksy-Fieber: Eine Serie von Street-Art-Kunstwerken wird dem anonym arbeitenden Briten zugeschrieben. Stil und Motive würden passen - doch der Künstler selbst lässt das Rätsel bislang offen.
Auf einem Nebeneingang des Pariser Musikclubs «Bataclan» ist ein Wandbild zu sehen, das dem britischen Street-Art-Künstler Banksy zugeschrieben wird. Ob zu Recht, wird heiss diskutiert. (Bild: Keystone/dpa/Sebastian Kunigkeit)

Auf einem Nebeneingang des Pariser Musikclubs «Bataclan» ist ein Wandbild zu sehen, das dem britischen Street-Art-Künstler Banksy zugeschrieben wird. Ob zu Recht, wird heiss diskutiert. (Bild: Keystone/dpa/Sebastian Kunigkeit)

(sda/dpa)

Hat der geheimnisumwitterte britische Street-Art-Künstler Banksy in Paris zugeschlagen? Die Entdeckung von Wandbildern im Banksy-Stil löste in der französischen Hauptstadt geradezu einen Hype aus. Seit Tagen wird in Medien und sozialen Netzwerken über die unsignierten Kunstwerke spekuliert. Eine Sprecherin des Künstlers stellte am Dienstag auf Anfrage eine baldige Stellungnahme in Aussicht.

Banksys Instagram-Account veröffentlichte später ein Foto einer Ratten-Darstellung neben dem Pariser Kunstmuseum Centre Pompidou - das Tier ist mit einem Tuch maskiert und trägt ein Teppichmesser. «50 Jahre seit dem Aufstand in Paris 1968. Der Geburtsort der modernen Sprühschablonen-Kunst», hiess es dazu. Zu den schon vorher entdeckten weiteren Motiven blieb Banksy zunächst stumm.

Besonders viel Aufsehen erregte die Darstellung eines Mädchens, das ein Hakenkreuz mit einem rosa Muster übersprüht. Sie wurde in der Nähe einer früheren Erstaufnahmeeinrichtung für Migranten am nördlichen Rand der französischen Hauptstadt gefunden. Das Bild ist inzwischen selbst übersprüht worden.

Andere sind aber noch zu sehen - darunter ein Mann, der einem Hund mit amputiertem Bein einen Knochen hinhält, während er eine Säge hinter seinem Körper versteckt. Zuletzt tauchte auch ein Bild beim Musikclub «Bataclan» auf, der 2015 Ziel eines islamistischen Anschlags war. An einer Tür in der Seitenstrasse, in die damals Konzertbesucher durch Notausgänge flohen, ist eine trist wirkende weisse Figur zu sehen. Davor stand zeitweise eine Kerze.

Gerüchte aus der Kunstszene

Der Gründer des kleinen Kulturmediums «Artistik Rezo», Nicolas Laugero Lasserre, äusserte sich überzeugt, dass Banksy tatsächlich in Paris unterwegs war. «Gut eine Woche vor der Entdeckung des ersten Wandbildes (...) hatten wir von mehreren Quellen gehört, dass Banksy in Paris sei», sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Laugero Lasserre weist auf das Hakenkreuz-Bild hin: Das gleiche Tapetenmuster habe Banksy auf einem Elefanten in Los Angeles und in einer Ausstellung im Museum von Bristol genutzt. «Die Tapete dient als Signatur.» Zur Frage, ob auch die Figur am «Bataclan» von Banksy stamme, riet er zur Vorsicht. «Vielleicht ist er noch da und das Abenteuer geht weiter.» Die Webseite «Artistik Rezo» hatte bereits am Samstag über die Wandbilder berichtet.

Über Banksys Identität ist viel spekuliert worden, bestätigt wurde sie bisher nicht. Wandstücke mit Graffiti des Strassenkünstlers wurden bei Auktionen teils für mehr als 100'000 US-Dollar versteigert.

Überschätzt und leicht zu fälschen?

Der französische Kunsthistoriker Paul Ardenne merkte an, dass Banksys Kunst sehr einfach zu imitieren sei. Unter anderem mit Blick auf das Bild des Mädchens mit der Spraydose sagte er: «Tatsächlich scheint das Banksy zu sein, aber es ist nicht schwer, auf Banksy zu machen.»

Ardenne, der Banksys Kunst als «Register von Klischees» bezeichnet, sieht den Medienrummel um den Briten kritisch: «Das Phänomen Banksy ist interessant, aber die Werke sind es deutlich weniger», meint er.

Verfasser: Sebastian Kunigkeit, dpa

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