Kritik an Handke-Nobelpreis aus Österreichs neuer Regierung

Österreichs neue Kultur-Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) hat sich kritisch zur Vergabe des Literaturnobelpreises an Peter Handke (77) geäussert. Die Entscheidung für den Nobelpreis an Handke könne sie «nicht wirklich» nachvollziehen.

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Der österreichische Autor Peter Handke (links) erhält den Literaturnobelpreis vom schwedischen König Carl Gustav.

Der österreichische Autor Peter Handke (links) erhält den Literaturnobelpreis vom schwedischen König Carl Gustav.

KEYSTONE/AP TT NEWS AGENCY/HENRIK MONTGOMERY
(sda/dpa)

«Ich habe früher einiges von ihm gelesen, hat mir auch sehr gut gefallen, aber diese Art, sich zu politischen Themen zu äussern, wo zigtausenden Menschen grosses Leid zugefügt wurde - das habe ich nicht verstanden», sagte Lunacek der Tageszeitung «Der Standard» (Freitag).

In der «Tiroler Tageszeitung» (Freitag) konkretisierte sie, dass sie konkret Handkes Äusserungen zu den Balkankriegen nicht verstanden habe. «Ich meine konkret die Rede anlässlich der Beerdigung von Slobodan Milosevic. [...] Hierbei eine Rede zu halten, geht einfach nicht», sagte die 62-Jährige, die seit der Vereidigung der schwarz-grünen Koalition in Österreich Anfang Januar im Amt ist.

Handke hatte im Dezember in Stockholm den Nobelpreis für sein literarisches Schaffen erhalten. Kritiker werfen ihm vor, dass er sich im Jugoslawien-Konflikt in den 1990er Jahren stark mit Serbien solidarisiert und die von Serben begangenen Kriegsverbrechen bagatellisiert habe. 2006 hielt er bei der Beerdigung des sechs Jahre zuvor gestürzten serbischen Führers Slobodan Milosevic eine Rede. Die Vergabe des Literaturnobelpreises an ihn löste international eine Debatte aus.