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Aargauer FDP-Ständerat Philipp Müller tritt 2019 nicht mehr an

Der Aargauer Ständerat Philipp Müller (FDP) tritt bei den eidgenössischen Wahlen 2019 nicht mehr an. Der frühere Präsident der FDP Schweiz ist seit 2015 Mitglied des Ständerats.
Ständerat Philipp Müller hat die Parteileitung der FDP Aargau informiert, dass er bei den Ständeratswahlen 2019 nicht zur Wiederwahl antritt. (Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)

Ständerat Philipp Müller hat die Parteileitung der FDP Aargau informiert, dass er bei den Ständeratswahlen 2019 nicht zur Wiederwahl antritt. (Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)

(sda)

Mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur ende eine lange politische Karriere, teilte die FDP Aargau am Mittwoch mit. Müller schaffte 2015 den Sprung in den Ständerat. Zuvor gehörte er während zwölf Jahren dem Nationalrat an. Von 2012 bis 2016 war er Parteipräsident der FDP.Die Liberalen Schweiz.

Müller hatte die Parteileitung am Dienstag über seinen Verzicht informiert - einen Tag vor seinem 66. Geburtstag. Der Ständerat sei nicht amtsmüde, hält die FDP Aargau fest. Bis Ende der Legislatur wolle er wichtige Geschäfte weiterhin prägen. Danach freue er sich auf mehr Zeit für seine Familie und seine weiteren Tätigkeiten.

Müller habe den Kanton Aargau in Bern «äusserst wirksam» vertreten, wird Kantonalpräsident Lukas Pfisterer in der Medienmitteilung zitiert. Seine immense Erfahrung, seine Art zu politisieren hinterliessen im Aargau und in der Schweiz bedeutende Spuren. Als Parteipräsident habe er der FDP ein neues Gesicht gegeben.

Beide Ständeratssitze werden frei

Im Kanton Aargau werden nun beide Ständeratssitze vakant. Pascale Bruderer (SP) hatte bereits im Januar angekündigt, bei den Wahlen im Herbst 2019 nicht mehr anzutreten. Sie gab an, sie wolle sich neu orientieren. Bruderer hatte 2011 erstmals nach 63 Jahren für die Aargauer SP einen Sitz im Ständerat erobert.

Noch offen ist, mit wem die SP ins Rennen steigen wird. Interessen angemeldet haben Nationalrätin Yvonne Feri und Nationalrat Cédric Wermuth. Ende Monat wird die Partei an einer Versammlung über die Nomination entscheiden.

Bereits nominiert sind SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht, der vor vier Jahren im zweiten Wahlgang dem FDP-Kandidaten Müller unterlag. Die CVP schickt Parteipräsidentin und Grossrätin Marianne Binder ins Rennen. Die FDP wird Ende November über die Nomination entscheiden.

Vom Gipser zum Bundespolitiker

Müller gilt als bodenständiger Schaffer. Der gelernte Gipser und heutige Generalbauunternehmer aus dem ländlichen Wynental machte zu Beginn seiner Politkarriere noch als lokal und kantonal tätiger Politiker auf nationaler Ebene mit dem Thema Ausländerpolitik von sich reden.

Er lancierte fast im Alleingang die eidgenössische Volksinitiative «für eine Regelung der Zuwanderung». Volk und Stände lehnten im Jahr 2000 das Begehren ab, das den Ausländeranteil in der Schweiz auf 18 Prozent beschränken wollte.

Auch als FDP-Parteipräsident kannte er keine Berührungsängste mit dem Thema Einwanderung. Er prägte die FDP-Migrationspolitik mit - wohl in der Hoffnung, der SVP das Wasser abgraben zu können. Er kämpfte aber auch für den freien Personenverkehr sowie gegen die Ausschaffungsinitiative und die Zuwanderungsinitiative.

Schnell in die FDP-Geschäftsleitung gewählt

Müller war von 1996 bis 2004 Parteipräsident der FDP Reinach AG. Von 1997 bis 2003 sass er im Aargauer Grossen Rat. 2003 gelang ihm der Sprung in die nationalen Politik. Er wurde in den Nationalrat gewählt.

Schrittweise gewann Müller Einfluss auf dem nationalen Politparkett - und seine Themenpalette wurde breiter. Ein Standbein Müllers bildete die Wirtschaftspolitik. Ein Jahr nach seiner Wahl in den Nationalrat nahm er Einsitz in die Geschäftsleitung. Am 21. April 2012 wurde er als Nachfolger von Fulvio Pelli an die Spitze seiner Partei gewählt.

Der «hemdsärmelige Chrampfer» (so die «Neue Zürcher Zeitung») vertritt seine Positionen und Forderungen mit politischem Talent und viel Eifer. Er spricht - auch auf Französisch - klare Wort, ohne ein Volkstribun zu sein. Auch dann, als er einmal das A-Wort benützte, um seinen Unmut das Salär eines Millionenverdieners auszudrücken.

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