Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Als Eisenbahnwagen über den Bodensee fuhren

Vor 150 Jahren wurde am Bodensee Bahngeschichte geschrieben. Statt Güter auf Schiffe zu verladen, schipperten Kähne ganze Eisenbahnwagen über den See. 1869 ging auch die Bahnlinie von Romanshorn nach Rorschach in Betrieb.
Eines der Trajektschiffe in den 1950-er Jahren im Hafen von Romanshorn. (Bild: SBB-Archiv)

Eines der Trajektschiffe in den 1950-er Jahren im Hafen von Romanshorn. (Bild: SBB-Archiv)

(sda)

Die Württembergische Staatsbahn und die Schweizer Nordostbahn riefen den sogenannte Trajektverkehr ins Leben und beschleunigten damit den grenzüberschreitenden Gütertransport. Statt die Ware aus Güterwagen auf Schiffe und dann wieder in Güterwagen umzuladen, wurden ganze Eisenbahnwaggons auf Schiffen über den See gefahren.

Die erste Fähre mit Gleisen lief am 20. Januar 1869 vom Stapel. Schon im ersten Betriebsjahr transportierte die Trajektfähre 12'200 Güterwagen zwischen Romanshorn und Friedrichshafen. Weil das Schiff als «Kohlenfresser» galt, wurde der Raddampfer 14 Jahre später bereits wieder ausgemustert.

Ebenfalls vor 150 Jahren eröffnete die Königlich Bayerische Staats-Eisenbahn die Linie Romanshorn-Lindau. Dabei wurden die Güterwagen auf Trajektkähne verladen, welche keinen eigenen Antrieb hatten, sondern von einem Kurs- oder Dampfschleppschiff über den Bodensee gezogen wurden.

Vier Jahre später nahm der Trajektverkehr zwischen Lindau und Konstanz den Betrieb auf. Ab 1884 bot die Österreichische Bodenseeschifffahrt Trajektverbindungen von Bregenz nach Konstanz, Friedrichshafen und Romanshorn an.

Doppelt so teuer wie Bahntransport

In der Zwischenzeit eröffneten immer mehr Bahnlinien entlang des Ufers. Obwohl sich nach der Fertigstellung der Eisenbahnlinien am nördlichen Bodenseeufer zeigte, dass der Trajektverkehr doppelt so teuer war wie die Beförderung um den See herum, hielten die Verkehrsbetriebe daran fest.

Die Schiffe über den See waren schneller und ersparten die Grenzabfertigungen. Zudem hätte die eingleisige Zugstrecke am Bodensee gar nicht mehr Verkehr bewältigen können.

Jahrhundert-Betrieb

Die Linie Bregenz-Friedrichshafen wurde nach nur 29 Jahren wieder eingestellt. Auch andere Trajekt-Verbindungen verschwanden nach und nach.

Die längste Geschichte schrieb der seequerende Güterverkehr zwischen Romanshorn und Friedrichshafen. Die Trajektverbindung überdauerte ein ganzes Jahrhundert und wurde erst 1976 eingestellt. Während der beiden Weltkriege blieb der Fährbetrieb allerdings unterbrochen.

Jubiläums-Wochenende

Am Wochenende vom 4. und 5. Mai werden die Jubiläen des Trajektverkehrs und der Seelinie rund um den Bodensee gefeiert. Unter anderem wird eine Eventfähre der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt (SBS) zwischen Romanshorn, Friedrichshafen, Lindau und Bregenz fahren und so die drei Länder verbinden.

Entlang des östlichen Bodenseeufers bietet Thurbo in Kooperation mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) Sonderfahrten zwischen Romanshorn, Bregenz und Lindau an. Ebenso fahren Sonderzüge ab Kreuzlingen nach Rorschach mit dem neuen SBB Fernverkehrs-Doppelstockzug.

In Romanshorn, Kreuzlingen, Rorschach, Bregenz, Lindau und Friedrichshafen wird ein buntes Programm angeboten. Gleichzeitig findet auch das Romanshorner Hafenfest statt.

www.bodensee-150jahre.com

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.