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Ältester Eiskern für Klimaforschung gesucht

Mit einer 2,7 Kilometer tiefen Bohrung in der Antarktis wollen Forscher an Klimadaten aus den vergangenen 1,5 Millionen Jahren kommen. Es wäre der älteste jemals geborgene Eiskern, der klimarelevante Informationen enthält.
Nach langer Suche haben Forschende den besten Ort in der Antarktis ausfindig gemacht, um nach dem ältesten Eis zu suchen. (Bild: Thibaut Vergoz)

Nach langer Suche haben Forschende den besten Ort in der Antarktis ausfindig gemacht, um nach dem ältesten Eis zu suchen. (Bild: Thibaut Vergoz)

(sda/dpa)

An dem EU-Projekt sind Forscher aus zehn europäischen Ländern und weitere wissenschaftliche Partner beteiligt, erklärten Experten am Dienstag auf der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien. Auch Forschende der Universität Bern sind mit dabei.

Nach langer Suche nach einem geeigneten Ort hätten die Wissenschaftler «einen der kältesten, trockensten und leblosesten Plätze, die es auf der Erde gibt» ausgewählt, hiess es. «Little Dome C» liege rund 30 Kilometer - oder einige Stunden per Schneemobil - von der Concordia-Forschungsstation in der Antarktis entfernt, schrieb die Uni Bern am Dienstag. In dieser Region liege die Temperatur im Jahresmittel bei minus 54,5 Grad und steige nie über minus 25 Grad. Die Niederschläge seien extrem gering.

Eingeschlossene Luftblasen

Gibt die EU wie erhofft grünes Licht, würden am «Little Dome C» Ende 2021 erste Eiskerne mittels Bohrung gewonnen werden. 2024 solle eine Tiefe von 2730 Metern erreicht werden, wo das Eis 1,5 Millionen Jahre alt ist. «Mit Hilfe von Luft, die im Eis in kleinen Blasen gefangen ist, können wir bestimmen, wie sich die Konzentrationen von CO2 oder Methan über die Zeit verändert haben», erklärte Hubertus Fischer von der Uni Bern gemäss einer Mitteilung seiner Hochschule.

Derzeit werde in Bern ein völlig neues Analyseverfahren dafür entwickelt, hiess es weiter. Dabei können alle Treibhausgase gleichzeitig untersucht und die aus den Eisproben extrahierte Luft anschliessend für weitere Forschungsarbeiten aufbewahrt werden.

Wechselnde Kalt- und Warmzeiten

Die Forscher erhoffen sich aus der Analyse des neuen Eisbohrkerns auch Auskunft auf die Frage, warum sich der Wechsel von Kalt- und Warmzeiten verändert hat. «Vor mehr als 1,2 Millionen Jahren dauerte ein solcher Zyklus nur etwa 40'000 Jahre, ausgelöst durch regelmässige Änderungen in der Neigung der Erdachse», erklärte Projektkoordinator Olaf Eisen vom Alfred Wegener Institut in Bremerhaven.

Später habe ein Rhythmus eingesetzt, bei dem sich alle 100'000 Jahre Kaltzeiten und wärmere Perioden abgelöst hätten. Das bisher älteste Eis - gewonnen vor etwa 15 Jahren nur rund 40 Kilometer entfernt - ist 800'000 Jahre alt.

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