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Analyse beleuchtet Risiken von Munitionslager im Berner Oberland

In dem 1947 verschütteten Munitionslager der Armee im Berner Oberland könnte es statistisch gesehen alle 300 Jahre zu einer kleineren Explosion kommen. Dies geht aus einer neuen Risikoanalyse hervor.
Solche 50-Kilo-Fliegerbomben befinden sich noch immer in dem 1947 verschütteten Munitionslager der Armee in Mitholz. Von ihnen geht eine grössere Gefahr aus als bisher angenommen. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Solche 50-Kilo-Fliegerbomben befinden sich noch immer in dem 1947 verschütteten Munitionslager der Armee in Mitholz. Von ihnen geht eine grössere Gefahr aus als bisher angenommen. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Bereits im Juni war bekannt geworden, dass von dem Munitionslager Mitholz im Kandertal eine grössere Gefahr ausgeht als bisher angenommen. Nun liegt ein Expertenbericht vor. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) präsentierte die Ergebnisse am Montagabend den Menschen in Kandergrund.

Sofortmassnahmen für die Bevölkerung drängen sich aus Sicht der Experten nicht auf. Mittel- bis längerfristig soll aber das Risiko gesenkt und die Munition wenn möglich beseitigt werden. Welche Massnahmen dafür in Frage kommen, wird derzeit geprüft. Erste Entscheide sollen 2020 fallen.

In diversen Voten aus der Bevölkerung wurde klar, dass die Mitholzerinnen und Mitholzer befürchten, dass nicht alles geräumt werden könnte. Es gehe nicht darum, das Risiko auf ein akzeptierbares Mass zu senken und dann sei es gut, betonte Bruno Locher vom Generalsekretariat des VBS. Im Fokus stehe eine vollständige Beseitigung der Munition. Doch es gelte, alle Möglichkeiten abzuwägen. Dass alles so lange dauert, treibt die Bevölkerung ebenfalls um.

Das im Zweiten Weltkrieg erstellte Munitionslager wurde 1947 bei einer Explosion verschüttet. Es besteht aus sechs Kammern und einem quer dahinter verlaufenden Bahnstollen, der die Kammern verbindet. Das Lager war seinerzeit mit rund 7000 Tonnen Munition bestückt.

Ein Teil flog in die Luft und verschüttete die Anlage. Warum es zur Explosion kam, ist nie ganz geklärt worden. Als wahrscheinlichste Ursache gilt die Bildung von Kupferazid in Granatenzündern.

Die Munition

Heute werden noch 3500 Tonnen im Berginnern vermutet, darunter Fliegerbomben, Minen, Artilleriemunition, Handgranaten und Treibladungspulver.

Fachleute halten zwei Szenarien für möglich: Eine kleinere Explosion, entsprechend rund einer Tonne Sprengstoff, und ein grösseres Ereignis, entsprechend rund zehn Tonnen Sprengstoff. Ein kleineres Ereignis kann alle 300 Jahre auftreten, ein grösseres alle 3000 Jahre.

Mögliche Auslöser einer Explosion sind etwa Felsstürze im zerklüfteten Berginnern, Erschütterungen durch Erdbeben oder Sprengarbeiten, Kupferazidbildung an Zündern oder Selbstentzündung von Brandgranaten mit weissem Phosphor.

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