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Auch Swisscom fordert Änderungen der Regeln für Mobilfunkauktion

Die Kritik an der anstehenden Auktion der Mobilfunkfrequenzen wird lauter: Nach Sunrise fordert auch Swisscom eine Änderung der Ausgestaltung. Sie will mehr Frequenzen kaufen dürfen, als dies die bisherigen Regeln zulassen, und begründet dies mit ihrer Marktmacht.
Swisscom will mehr Frequenzen kaufen dürfen, als dies die bisherigen Regeln zulassen. Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt, kritisiert der Branchenprimus. (Bild: Keystone/MELANIE DUCHENE)

Swisscom will mehr Frequenzen kaufen dürfen, als dies die bisherigen Regeln zulassen. Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt, kritisiert der Branchenprimus. (Bild: Keystone/MELANIE DUCHENE)

(sda/awp)

Die Kritik an der anstehenden Auktion der Mobilfunkfrequenzen wird lauter: Nach Sunrise fordert auch Swisscom eine Änderung der Ausgestaltung. Sie will mehr Frequenzen kaufen dürfen, als dies die bisherigen Regeln zulassen, und begründet dies mit ihrer Marktmacht.

Die Bietbeschränkungen seien viel zu eng gesteckt, kritisierte der Branchenprimus am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Die Swisscom habe heute mit 39 Megahertz (MHz) pro Million Kunden mit Abstand am wenigsten Frequenzen pro Kunde.

Die Konkurrenten Sunrise und Salt verfügten mit 54 MHz bzw. 85 MHz pro Million Kunden über rund 40 Prozent respektive 100 Prozent mehr Frequenzen pro Kunde als die Swisscom. Denn der "blaue Riese" ist mit 6,632 Millionen Mobilfunkkunden massiv grösser als Sunrise (2,35 Millionen) und Salt (1,906 Millionen).

Mit den jetzigen Regeln für die anstehende Frequenzauktion sei schon von vornherein festgelegt, dass die Swisscom-Konkurrenten nach der Versteigerung mindestens die Hälfte mehr Frequenzen pro Kunde hätten als die Marktführerin, kritisiert der "blaue Riese": "Eine Überarbeitung der Ausschreibungsunterlagen müsse deshalb sicherstellen, dass die Swisscom zumindest die Möglichkeit erhält, pro Kunde gleich viele 5G-Frequenzen zu erwerben wie ihre Mitbewerber."

Wie hoch die Maximalgrenze dann sein solle, die die Swisscom kaufen dürfe, darüber schwieg sich der Konzern aus: "Wir möchten keine konkrete Zahl nennen. Wichtig ist, dass Swisscom zumindest die Möglichkeit hat, Frequenzen entsprechend dem Marktanteil zu erwerben", erklärte Swisscom-Sprecher Armin Schädeli auf Anfrage.

Die Swisscom wolle gleich lange Spiesse. Gemäss eigenen Angaben hatte die Swisscom Ende letzten Jahres 60 Prozent Marktanteil im Mobilfunk, während Sunrise auf 22 Prozent und Salt auf 17 Prozent kamen. Neuere Vergleichszahlen liegen noch nicht vor.

Kleinere Maximalgrenze

Damit fordert die Swisscom genau das Gegenteil von Sunrise. Die Nummer zwei im Schweizer Telekommarkt hatte vergangene Woche ebenfalls die Auktionsregeln kritisiert. Die jetzigen würden zu einer Zementierung der Marktmacht der Swisscom und zu einer Einschränkung des Wettbewerbs führen.

Vor allem die Maximalgrenze von Frequenzblöcken, die ein einzelner Bieter erwerben dürfe, sei zu gross. Damit könne sich die Swisscom rund die Hälfte aller Frequenzen sichern, die für die kommende nächste Mobilfunkgeneration 5G wichtig sind. Deshalb fordert Sunrise eine Beschränkung der Maximalgrenze, die ein Konzern ersteigern darf.

Sollte die Eidg. Kommunikationskommission Comcom an der geplanten Ausgestaltung der Frequenzauktion festhalten, droht Sunrise mit einer Klage vor Bundesverwaltungsgericht gegen das Ergebnis der Auktion. Dies würde die Einführung der neuen 5G-Technologie deutlich verzögern.

Zur Klagedrohung von Sunrise wollte Swisscom-Chef Urs Schaeppi am Mittwoch keinen Kommentar abgeben. Bei der letzten Frequenzauktion im Jahr 2012 hatte die Swisscom 42 Prozent der versteigerten Frequenzbänder zu einem Preis von 360 Millionen Franken erworben.

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