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Auseinandersetzung bei Protest gegen Kameruns Präsidenten in Genf

Rund 250 Personen haben am Samstag in Genf gegen den Präsidenten Kameruns demonstriert, welcher derzeit im Hotel Intercontinental logiert. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Präsidenten.
In Genf ist es am Samstag bei Protesten gegen den im Hotel Intercontinental logierenden Präsidenten Kameruns, Pau Biya, zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Präsidenten gekommen. (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

In Genf ist es am Samstag bei Protesten gegen den im Hotel Intercontinental logierenden Präsidenten Kameruns, Pau Biya, zu Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Präsidenten gekommen. (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

(sda)

Die Sicherheitskräfte setzten daraufhin Wasserwerfer und Tränengas ein, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort berichtete. Es kam zu Zusammenstössen. Allerdings musste laut Polizei niemand ins Spital gebracht werden.

Die Demonstranten befanden sich auf halbem Weg zwischen der Place des Nations und dem Hotel, in welchem der Präsident logiert. Dieses war von zahlreichen Polizisten teils in Vollmontur bewacht. Auch der Sicherheitsdienst des Präsidenten war im Einsatz.

Die Demonstranten prangern das Regime des 86-Jährigen an. Einer der Organisatoren des Protestes, Robert Wanto, sagte, Biya führe «seine Diktatur nun schon seit fast einem halben Jahrhundert». Kamerun müsse endlich demokratisch werden, forderte der Kameruner, der seit drei Jahrzehnten im Exil lebt.

Am Donnerstag war der Botschafter Kameruns vom Aussendepartement (EDA) nach Bern zitiert worden, weil Bodygards von Präsident Biya vor dessen Hotel in Genf einen Journalisten des Westschweizer Radio- und Fernsehens RTS angegriffen hatten. Die Schweizer Behörden hätten dem Botschafter erklärt, das Recht auf freie Meinungsäusserung sei ein hohes Gut, ebenso der Respekt gegenüber den Regeln, wie sich jemand im öffentlichen Raum zu verhalten habe, hiess es.

In der ehemaligen deutschen und nach dem Ersten Weltkrieg französischen Kolonie herrscht seit Jahren ein gewaltsamer Konflikt der Zentralregierung mit Befürwortern der Unabhängigkeit des englischsprachigen Teils des Landes. Menschenrechtsgruppen zufolge geht Biyas Regierung mit Gewalt und massenhaften Festnahmen gegen Oppositionelle vor.

Ende 2017 hatten Separatisten die Waffen gegen die Regierung ergriffen. Seit dem Aufstand sind mehrere Hunderttausend Menschen geflohen, etwa 1850 Menschen wurden laut der Geopolitik-Analyse-NGO International Crisis Group getötet. Die Schweiz versucht zu vermitteln. Oppositionsgruppen aus Kamerun trafen sich diese Woche im Wallis zur Vorbereitung von Gesprächen mit der Regierung von Präsident Biya.

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