Barry Callebaut schreibt 2019/20 deutlich weniger Gewinn

Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut hat an der Coronapandemie zu knabbern. Im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende August) gingen die Verkäufe zurück und der Gewinn brach aufgrund negativer Währungseffekte ein.

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Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut hat wegen der Coronapandemie im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende August) einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch erlitten.

Der weltgrösste Schokoladeproduzent Barry Callebaut hat wegen der Coronapandemie im vergangenen Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende August) einen Umsatzrückgang und einen Gewinneinbruch erlitten.

KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT
(sda/awp)

Für die mittlere Frist zeigt sich der Konzern allerdings zuversichtlich. Barry Callebaut (BC) verkaufte 2,096 Millionen Tonnen Schokolade und Kakao. Das sind 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte.

Der Umsatz sank um 5,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Franken, in Lokalwährungen entspricht das einem Minus von 0,4 Prozent. Der Umsatz hängt zu einem guten Teil von der Entwicklung der Kakaopreise ab, da BC im Rahmen des sogenannten «Cost-Plus-Modell» sowohl Preisanstiege als auch -rückgänge jeweils an die Kunden weitergibt.

Das Geschäftsjahr hatte eigentlich in der ersten Hälfte gut begonnen für BC, doch dann kam die Pandemie. Vor allem im Geschäft Gourmet & Spezialitäten mit der Belieferung von Hotels, Restaurants, Konditoreien oder Chocolatiers nagte sie an den Verkaufsmengen, mussten doch viele Lokale aufgrund der Schutzmassnahmen schliessen. Im Schlussquartal habe sich das Geschäft etwas erholt, schrieb BC.

Gewinn gefallen

Auf der Gewinnseite machten BC derweil vor allem die negativen Währungseffekte zu schaffen. Der wiederkehrende Betriebsgewinn auf Stufe EBIT sank um fast einen Fünftel auf 491,0 Millionen Franken, wobei Kosten für eine Fabrikschliessung in Indonesien von 7,8 Millionen Franken herausgerechnet sind.

Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 311 Millionen Franken, 15,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Aktionäre müssen daher mit einer geringeren Dividende auskommen: Sie erhalten 22,00 Franken pro Aktie, im Vorjahr wurden 26 Franken pro Aktie ausgeschüttet.

Mit den Zahlen hat BC die Erwartungen von Branchenbeobachtern bei der Verkaufsmengenentwicklung übertroffen, bei der Dividende aber verfehlt.

Für seine Mittelfristziele bleibt der Konzern optimistisch: Er hatte sie erst mit den Neunmonatszahlen angehoben. Für die Dreijahresperiode ab dem Geschäftsjahr 2020/21 gilt neu ein Ziel für die Steigerung der Verkaufsmenge von jährlich 5 bis 7 Prozent, davor wurde noch ein Wert zwischen 4 und 6 Prozent angestrebt. Weiterhin soll der EBIT stärker zulegen als das Volumenwachstum in Lokalwährungen.