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Basler Verkehrs-Betriebe nehmen ersten Elektro-Gelenkbus in Betrieb

Die Basler Verkehrs-Betriebe nehmen Kurs auf eine emissionsfreie Zukunft. Bis 2027 sollen sämtliche Diesel- durch Elektrobusse ersetzt werden. Der Erste steht ab Freitag im Einsatz.
Der erste Elektro-Gelenkbus der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wird ab Freitag im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt. Ab 2027 sollen auf dem Netz der BVB nur noch Elektrobusse verkehren. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Der erste Elektro-Gelenkbus der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) wird ab Freitag im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt. Ab 2027 sollen auf dem Netz der BVB nur noch Elektrobusse verkehren. (KEYSTONE/Georgios Kefalas) (Bild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

(sda)

Bei dem am Donnerstag präsentierten neuen Fahrzeug handelt es sich um einen Citea SLFA-181 des niederländischen Herstellers VDL. Von diesem Typ stehen in Amsterdam bereits 100 Exemplare im Einsatz, wie es an einer Medienkonferenz hiess. Insgesamt 350 VDL-Elektrobusse haben bisher 22 Millionen Kilometer abgespult.

Batterie nach 80 bis 130 km leer

Die Reichweite des vollständig batteriebetriebenen Gelenkbusses liegt gemäss BVB je nach Witterung, Topografie und Fahrgastzahl zwischen und 80 bis 130 Kilometern.

Die drei Tonnen schweren Batteriemodule befinden sich auf dem Dach und werden mittels eines Stromabnehmer-Schnellladesystems in der Bus-Garage der BVB geladen. Rund 38 Minuten dauert es, bis die leere Batterie wieder ihre volle Leistung bringt.

Der 18,15 Meter lange Gelenkbus ist leer fast 21 Tonnen schwer. Er verfügt über 40 Sitzplätze, 77 Stehplätze und zwei Rollstuhlplätze. Den Kaufpreis beziffern die BVB auf rund 800'000 Franken. Ein konventioneller Diesel-Gelenkbus kostet dagegen rund 550'000 Franken.

Einen ersten Elektrobus von VDL hatten die BVB schon letzten Herbst während sechs Wochen getestet. Laut den Verantwortlichen waren sowohl die Passagiere wie auch das Personal mit dem praktisch geräuschlosen Fahrzeug des europaweit derzeit führenden Herstellers von Elektrobussen sehr zufrieden.

Mit dem Gelenkbus starten die BVB nun die zweite Phase ihres Elektrobus-Testbetriebs. Der einjährige Pilotbetrieb soll den Verkehrsbetrieben namentlich energierelevante Daten für das Basler Bus-Netz liefern.

Umstellung kostet über 250 Millionen

Wichtig sind diese Daten, weil auf dem BVB-Netz dereinst nur noch Elektrobusse verkehren dürfen. 2015 hatte der Grosse Rat im kantonalen Energiegesetz festgeschrieben, dass der öffentliche Verkehr im Stadtkanton 2027 nur noch mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden darf. Dies soll landesweit eine Premiere sein.

Für die BVB bedeutet dies, dass die gesamte Busflotte von derzeit mehr als 110 Fahrzeugen von Verbrennungsmotoren auf Elektroantrieb umgestellt werden muss. Laut Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler ist dieser Systemwechsel derzeit das bedeutendste strategische Projekt der Verkehrsbetriebe, die sich im Besitz des Kantons Basel-Stadt befinden.

Die Gesamtkosten für den Systemwechsel belaufen sich nach ersten Schätzungen auf 255 Millionen Franken, wie BVB-Direktor Erich Lagler gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Geld braucht es nicht nur für neue Busse, sondern auch für ein neues Betriebskonzept und die Anpassung der Infrastruktur. Möglicherweise muss laut Lagler eine zweite Busgarage gebaut werden.

Die Vorlage für das Bussystem soll dem Basler Kantonsparlament 2020 unterbreitet werden, damit die Finanzierung gesichert werden kann. Welche Elektrobusse und welches System dereinst bei den BVB zum Einsatz kommen, ist noch völlig offen.

Der am Freitag startende Pilotbetrieb mit dem VDL-Bus auf dem ganzen Netz habe keinerlei präjudizierende Wirkung, versichert Lagler. Der BVB-Direktor geht davon aus, dass bis zum Zeitpunkt der Beschaffung noch wesentliche Fortschritte bei Elektrobussen erzielt werden und namentlich die Batterien besser und günstiger werden. Gerade in Europa komme die Industrie erst jetzt richtig auf Touren.

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