Berset sieht bei Krankenkassenprämien Zeichen der Entspannung

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich nach dem gebremsten Wachstum der Krankenkassenprämien vorsichtig optimistisch. Das Kostenbewusstsein der Akteure im Gesundheitsbereich steige, erklärte er. Es müssten aber weitere Anstrengungen unternommen werden.

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Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich nach dem gebremsten Wachstum der Krankenkassenprämien vorsichtig optimistisch. Das Kostenbewusstsein der Akteure im Gesundheitsbereich steige, erklärte er. Es müssten aber weitere Anstrengungen unternommen werden. (Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)

Gesundheitsminister Alain Berset zeigt sich nach dem gebremsten Wachstum der Krankenkassenprämien vorsichtig optimistisch. Das Kostenbewusstsein der Akteure im Gesundheitsbereich steige, erklärte er. Es müssten aber weitere Anstrengungen unternommen werden. (Bild: Keystone/PETER KLAUNZER)

(sda)

Die Entwicklung der Krankenkassenprämien gehe in die richtige Richtung, sagte Berset am Montag vor den Medien in Bern. Der Anstieg der mittleren Prämie um durchschnittlich 1,2 Prozent wertete er als Zeichen für die gute Arbeit des Bundesrates und des Parlaments in den letzten Jahren.

Berset fand auch lobende Worte für die Akteure. Es gebe ein stärkeres Kostenbewusstsein im Gesundheitswesen. Nicht kommentieren wollte er die lancierten Initiativen der CVP und SP, welche den Anstieg der Krankenkassenprämien bremsen respektive verhindern wollen. Es sei jedoch wichtig, das Thema hochzuhalten und darüber zu diskutieren, sagte Berset.

Bessere Kostenwahrheit

Weil die Kosten aber weiter steigen werden, sind laut Berset zusätzliche Anstrengungen notwendig. Es dürfe nicht sein, dass ein Teil der Bevölkerung Mühe habe, die Krankenkassenprämien zu bezahlen.

Im September hat der Bundesrat ein erstes Massnahmenpaket in die Vernehmlassung geschickt, das bei der obligatorischen Krankenversicherung Einsparungen von jährlich mehreren 100 Millionen Franken vorsieht. Ein zweites Paket ist für 2019 geplant. Ein Augenmerk gilt auch dem Medikamentenbereich, wo laut Berset seit 2012 eine Milliarde Franken eingespart werden konnte.

Eine bessere Kostenwahrheit verspricht sich der Bundesrat von einer neuen Berechnungsmethode. Neu wird wird die durchschnittliche Prämienbelastung pro Person (mittlere Prämie) herangezogen. Bislang war es die Standardprämie. Diese galt nur für Erwachsene mit 300 Franken Franchise und Unfalldeckung.

Weil nur noch ein Fünftel der Versicherten diese Modell wähle, sei es nicht mehr repräsentativ, sagte Berset. Die neue Kennzahl erlaubt ein Vergleich über alle Modelle, Altersgruppen und Kantone hinweg.

Vage blieb der Gesundheitsminister bei den letztes Jahr beschlossenen Korrekturen am Ärztetarif Tarmed. Die finanziellen Auswirkungen liessen sich noch nicht abschätzen. Bislang konnten laut Berset keine Kompensationen in anderen Bereichen nachgewiesen werden. Ein Prämienschock, wie er von verschiedenen Akteuren heraufbeschworen worden war, sei aber ausgeblieben.

Junge Erwachsene werden entlastet

Eine gute Nachricht hatte Berset für die jungen Erwachsenen und ihre Familien. Diese bezahlen nächstes Jahr im Schnitt rund 50 Franken oder 15,6 Prozent weniger Prämie. Hintergrund ist der Entscheid des Parlaments, Familien zu entlasten und deshalb den Risikoausgleich für junge Erwachsene um 50 Prozent zu senken. Im Gegenzug wird der Risikoausgleich bei Erwachsenen erhöht.

Mittlere Krankenkassenprämien steigen 2019 um 1,2 Prozent

Der Bund ändert das Modell zur Berechnung des Gesundheitskostenwachstums. Die mittlere Prämie für alle Versicherten steigt 2019 um durchschnittlich 1,2 Prozent und sie ersetzt die bisher angewendete Standardprämie, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilt.