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Biodiversität geschützter Moore im Waadtländer Jura ging zurück

Moore und Feuchtwiesen im Waadtländer Jura haben nicht davon profitiert, dass sie seit 1987 nicht mehr beweidet werden. Im Gegenteil: Typische Arten gingen gar verloren.
Im Vallée de Joux dürfen gewisse Moore und Feuchtwiesen seit 1987 nicht mehr beweidet oder gemäht werden. Diese vermeintliche Schutz hat nun aber dazu geführt, dass typische Moorpflanzen von grösseren Gewächsen verdrängt wurden. (Bild: KEYSTONE/DOMINIC FAVRE)

Im Vallée de Joux dürfen gewisse Moore und Feuchtwiesen seit 1987 nicht mehr beweidet oder gemäht werden. Diese vermeintliche Schutz hat nun aber dazu geführt, dass typische Moorpflanzen von grösseren Gewächsen verdrängt wurden. (Bild: KEYSTONE/DOMINIC FAVRE)

(sda)

Dies ergab eine Studie zur botanischen Zusammensetzung von 110 Mooren und Feuchtwiesen im Jura zwischen 1974 und 2012, wie der Informationsdienst Biodiversität Schweiz (IBS) jüngst meldete. Die vermeintliche Schutzmassnahme für die Moore hatte demnach nicht die gewünschten Auswirkungen.

Forschende der Universitäten Lausanne und Neuenburg stellten zusammen mit französischen Kollegen eine Eutrophierung in den Mooren im Vallée de Joux VD sowie im benachbarten Frankreich fest. Dies bedeutet, dass die Nährstoffe im Wasser zugenommen haben, was ein schnelles Pflanzenwachstum fördert.

Typische Pflanzen verdrängt

In der Folge wurden einst typische Moorpflanzen immer seltener, wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Applied Vegetation Science» berichteten. Die Veränderungen waren bei denjenigen Flächen, die seit 25 Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden, ausgeprägter als bei jenen, die noch gemäht oder beweidet werden.

Dass die Bewirtschaftung aufgegeben wurde, nennt der IBS als Hauptursache für die Eutrophierung. Dadurch sammelte sich Streu auf den Mooren an. Zusätzliche Stickstoffablagerungen führten dazu, dass sich bevorzugt grosse, stickstoffliebende Pflanzen ausbreiteten. Diese wiederum liessen weniger Licht auf den Boden durch, was die typischen Pflanzen zum Verschwinden brachte.

Wieder mähen

Was als Schutzmassnahme gedacht war, entpuppte sich im Nachhinein als kontraproduktiv, wie die Autoren schreiben. Nun sei es wichtig, die Moore wieder zu mähen und für die Beweidung freizugeben. Bei einigen der betroffenen Flächen ist dies laut dem IBS bereits geschehen.

Die verletzlichen Ökosysteme der Moore und Feuchtwiesen im Waadtländer Jura seien nach der Rodung der Gebiete erst durch jahrhundertelange Bewirtschaftung entstanden. Eine leichte Bewirtschaftung sei nun insbesondere nötig, um zu verhindern, dass Sträucher überwucherten.

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