Bundesökonomen erwarten etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch

Das Coronavirus wird die Schweizer Wirtschaft hart treffen. Die Ökonomen des Bundes rechnen aber nicht mehr mit einem gar so drastischen Rückgang wie zuletzt.

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Auf den Baustellen wird gearbeitet. Trotzdem wird das Coronavirus die Wirtschaft hart treffen.

Auf den Baustellen wird gearbeitet. Trotzdem wird das Coronavirus die Wirtschaft hart treffen.

KEYSTONE/DPA/CHRISTOPH SOEDER
(sda/awp)

Konkret schätzt die Expertengruppe des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), dass das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im laufenden Jahr um 6,2 Prozent schrumpfen wird. Bei ihrer letzten Einschätzung im April war sie noch von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen.

Die kurzfristigen Aussichten hätten sich aufgehellt, heisst es in einer Mitteilung des Seco vom Dienstag. Denn dank der rapide gesunkenen Covid-19-Fallzahlen hätten die gesundheitspolitischen Massnahmen ab Ende April etwas zügiger gelockert werden können als bei der letzten Prognose angenommen.

Gleichwohl erwarten die Bundesökonomen im laufenden Jahr den stärksten Rückgang des BIP seit Jahrzehnten. Konkret habe es sich seit 1975 nicht mehr so schlecht entwickelt.

Und 2021 dürfte sich die Wirtschaft nur langsam erholen. Die Prognose lautet auf ein Wachstum von 5,3 Prozent und liegt damit leicht unter jener vom April (+5,6 Prozent).

Die weitere Entwicklung hänge aber entscheidend von der Entwicklung der Pandemie ab, so das Seco. Die Prognoseunsicherheit bleibe somit aussergewöhnlich hoch.

Am Arbeitsmarkt wird die Krise ebenfalls deutliche Spuren hinterlassen, wobei auch hier die Prognose einen Tick optimistischer ausfällt: Im Jahresdurchschnitt 2020 wird nun eine Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent erwartet (bisher: 3,9 Prozent), 2021 dann eine solche von unverändert 4,1 Prozent. Zum Vergleich: 2019 lag die Arbeitslosenquote im Jahresmittel bei 2,3 Prozent.