Bundesrat federt Verluste von ÖV mit 800 Millionen Franken ab

Der Bundesrat federt die grossen finanziellen Verluste von öffentlichem Verkehr und Schienengüterverkehr mit 800 Millionen Franken ab. Er hat die Vernehmlassung zur erforderlichen Gesetzesanpassung eröffnet.

Drucken
Teilen
Der Bundesrat greift dem öV zur Abfederung der Coronakrise mit hohen dreistelligen Millionenbeträgen unter die Arme.
2 Bilder
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Mitte, präsentierte die neusten Coronamassnahmen des Bundesrates, darunter grosse Finanzspritzen für den öffentlichen Verkehr.

Der Bundesrat greift dem öV zur Abfederung der Coronakrise mit hohen dreistelligen Millionenbeträgen unter die Arme.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
(sda)

Das Parlament hatte mit der Annahme einer Motion der Verkehrskommission des Nationalrates vom Bundesrat die Ausarbeitung einer entsprechenden Vorlage verlangt. Die Vernehmlassung dauert bis zum 22. Juli.

Die Branche könne die hohen Ertragsausfälle nicht aus eigener Kraft vollständig kompensieren, schreibt der Bundesrat dazu in einer Mitteilung. 120 Transportunternehmen sorgten auf 1400 Linien für eine zuverlässige Anbindung aller Regionen an den öffentlichen Verkehr, unterstrich Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Bundeshausmedien deren Bedeutung. «Sie sind zentral für unser Land.»

Der Bundesrat wolle deshalb mit verschiedenen Massnahmen sicherstellen, dass die Unternehmen zahlungsfähig bleiben und das Transportangebot nicht eingeschränkt werden muss. Neben den 800 Millionen des Bundes müssten auch die Kantone und die Transportunternehmen ihren Beitrag leisten, so Sommaruga.

Über die Auflösung von Reserven oder Minderausgaben während der Pandemie könnten die Unternehmen nur einen Teil der Einnahmeausfälle kompensieren. Es brauche deshalb finanzielle Unterstützungsmassnahmen, damit die Transportketten nicht unterbrochen würden und die Unternehmen ihre wichtigen Aufgaben weiterhin erfüllen könnten.

550 Millionen mehr für die SBB

Weiter hat der Bundesrat die bestehende Vereinbarung über die Darlehensgewährung im Tresoreriebereich zwischen der Eidgenossenschaft und den SBB angepasst. Die darin bisher festgelegte Obergrenze von 200 Millionen Franken wird um 550 Millionen auf 750 Millionen Franken erhöht.

Die SBB können somit zusätzliche kurzfristige Darlehen beim Bund beziehen, sagte Sommaruga. Mit dieser Massnahme könne die Zahlungsfähigkeit der SBB bis Ende 2020 gewährleistet werden, schreibt der Bundesrat in einer Mitteilung.