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Bundesrätin Keller-Sutter besucht Lehrbetrieb mit Flüchtlingen

Seit knapp einem Jahr können Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene in der Schweiz eine Integrationsvorlehre absolvieren. Am Montag besuchte Justizministerin Karin Keller-Sutter einen Spenglerei-Lehrbetrieb in Münchenbuchsee BE.
Integrations-Vorlehrling Solomon Aklilu aus Eritrea zeigt Bundesrätin Karin Keller-Sutter (Mitte) und der Berner Regierungsrätin Christine Häsler seine Arbeit. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Integrations-Vorlehrling Solomon Aklilu aus Eritrea zeigt Bundesrätin Karin Keller-Sutter (Mitte) und der Berner Regierungsrätin Christine Häsler seine Arbeit. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Ziel des «Pilotprogramms Integrationsvorlehre» (Invol) ist, die berufliche Integration zu verbessern. Im ersten Jahr absolvieren rund 700 Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene eine solche Lehre. Zwölf Branchen- und Berufsverbände in 18 Kantonen machen beim Programm mit.

Einjährige Lehre

Geboten wird eine einjährige Lehre, in der die Absolventinnen und Absolventen berufsspezifische Sprachkenntnisse erwerben, den Arbeitsalltag in der Schweiz kennenlernen und sich erste berufliche Kenntnisse aneignen. Die Vorlehre soll Grundlage für eine ordentliche Berufslehre sein.

Ein Lehrbetrieb in Münchenbuchsee BE erhielt am Montag hohen Besuch: Bundesrätin Karin Keller-Sutter und die Berner Erziehungsdirektorin Christine Häsler besuchten die Hegg Spenglerei AG, bei der zwei junge Männer aus Eritrea und aus Afghanistan Vorlehren absolvieren.

Der Eritreer Solomon Aklilu nimmt am Invol-Programm teil. Er sagte gegenüber Keystone-SDA, die Vorlehre erleichtere nicht nur den Einstieg in eine Lehre, sondern sei auch Gelegenheit, die Mundart zu lernen, die auf den Baustellen gesprochen werde.

Erfahrener Betrieb

Die Losung heisse «Arbeit statt Sozialhilfe», sagte Justizministerin Karin Keller-Sutter. Zweck der Ausbildung sei es, dass die jungen Leute in eine ordentliche Lehre kommen, den Berufseinstieg schaffen, arbeiten und für sich selber sorgen könnten.

Keller-Sutter lobte die Zusammenarbeit mit den Kantonen und den Betrieben. Für die Wirtschaft und und die KMU-Betriebe sei es nicht ganz einfach, mit Menschen aus fremden Kulturkreisen zu arbeiten. «Aber wir bekommen hier gute Rückmeldungen.»

Die Hegg AG habe mit der Arbeit mir Fremden Erfahrungen, sagte Geschäftsleiter Hans Häubi. Denn sie habe ja schon 1984 einen Tamilen eingestellt, der 32 Jahre geblieben sei und den Betrieb mitgeprägt habe. Die Integrationsvorlehre sei Gelegenheit, zu testen, ob jemand sich für eine Lehre eigne. «Wir haben eher Probleme, Nachwuchs zu rekrutieren.»

Ausweitung geplant

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) nannte im Communiqué Zahlen zum Kanton Bern. Im August begannen 105 Lernende aus 16 Ländern in 80 Betrieben eine Integrationsvorlehre; sie waren 15- bis 34-jährig. Zwei Drittel von ihnen konnten bisher einen Lehrvertrag abschliessen. Ab August werden weitere Betriebe gesucht, in denen Geflüchtete Integrationsvorlehren absolvieren können.

Seit 2018 gibt es die Integrationsvorlehre für Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene. Der Bundesrat will das Programm ab 2021 auf junge Zuwanderer ausserhalb des Asylbereichs ausweiten. Gleichzeitig sollen die Integrationsvorlehren auf die Berufsfelder Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Pflege ausgeweitet werden.

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