Buschauffeure protestieren vor jurassischem Parlament

Rund hundert Buschauffeure und Sympathisanten von Postauto haben am Mittwochmorgen vor dem jurassischen Kantonsparlament gegen die Ausschreibung der 38 Buslinien im Kanton demonstriert. Sie befürchten Lohndumping, falls ausländische Unternehmen zum Handkuss kommen.

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Rund hundert Buschauffeure und Sympathisanten haben am Mittwoch in Delsberg vor dem jurassischen Kantonsparlament demonstriert. (Bild: Stéphane Hofmann, Keystone-SDA)

Rund hundert Buschauffeure und Sympathisanten haben am Mittwoch in Delsberg vor dem jurassischen Kantonsparlament demonstriert. (Bild: Stéphane Hofmann, Keystone-SDA)

(sda)

Wie die Gewerkschaft Syndicom am Mittwoch mitteilte, verzichtet die Ausschreibung auf verbindliche Kriterien zum Schutz der Arbeitsbedingungen. Die Demonstranten befürchten, dass die Chauffeure von Postauto und den Chemin de fer du Jura (CJ) dem günstigsten Anbieter zum Opfer fallen könnten, also den Preis bezahlen für millionenschwere Einsparungen im Service public.

Insbesondere der jurassischen Regierung warfen die Kundgebungsteilnehmer am Mittwoch lautstark und in gelbe Westen gekleidet eine sture Haltung vor. Die Regierung will laut den Gewerkschaften das Personal nicht schützen - dies, obwohl eine Petition mit 4000 Unterschriften, eine vom jurassischen Parlament angenommene Motion und verschiedene Aktionen dies verlangen.

Die Regierung hatte laut Gewerkschaften lediglich auf den vom Bundesamt für Verkehr (BAV) definierten Mindestlohn verwiesen. Dieser liegt weit unter den tatsächlichen Löhnen der Chauffeure. Sie fühlen sich deshalb von der Regierung im Stich gelassen.

Die Kantonsregierung hatte die Konzession von Postauto aus Kostengründen aufgekündigt. Unzufrieden ist sie auch mit der Qualität der Leistungen von Postauto.