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Canyoning ist sicher, aber ein Restrisiko bleibt

Nach der Katastrophe regulierte sich die Branche selbst, mittlerweile untersteht sie dem Risikosportgesetz.
Pascal Ritter

Am Samstag vor 20 Jahren kamen im Saxetbach 19 Gäste und zwei Tourenleiter beim Canyoning ums Leben. Bei der Sportart geht es darum, ein Bachbett entlang zu gehen und Hindernisse durch Abseilen, Schwimmen, Tauchen oder durch einen Sprung ins Wasser zu überwinden.

Die Verantwortlichen der Firma Adventure World, welche die tödliche Tour durchgeführt hatte, wurden wegen fahrlässiger Tötung zu bedingten Gefängnisstrafen und Bussen verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass sie die Tour trotz schlechten Wetters und damit verbundener Gefahr nicht abgesagt hatten. Adventure World meldete im Jahr 2000 Konkurs an.

Adventure World war unter anderem im Rahmen einer Recherche eines Outdoor-Magazins vorgeworfen worden, dass sie unerfahrene Tourguides in den Bach geschickt und auf diese Druck ausgeübt hätten, möglichst wenig Touren wegen schlechten Wetters abzusagen.

Die Canyoning-Branche gründete im Nachgang zur Katastrophe vom Saxetbach eine Vereinigung, um die Branche selbst zu regulieren, und legte Standards fest. Seit dem Jahr 2014 unterstehen kommerzielle Anbieter zudem dem Risikosportgesetz, müssen sich also einem Bewilligungsverfahren unterziehen, bei dem geprüft wird, ob die Anbieter Sicherheitsstandards einhalten.

Dieses Jahr wurde das Gesetz verschärft. Für kleine Anbieter gibt es keine Ausnahme mehr.

Canyoning gilt als relatives Wagnis. Je nach Kontext kann es also sein, dass im Falle eines Unfalls gewisse Versicherungsleistungen um mindestens 50 Prozent reduziert werden. Betreibt man den Sport aber mit einem zertifizierten Tourenführer, gilt der Sport in der Regel nicht als Wagnis. «Wenn man es seriös ausübt und sich gut vorbereitet, ist es relativ sicher. Es bleibt aber ein Restrisiko», sagt Rechtsanwalt Oliver Biefer vom Unfallversicherer Suva.

Seit der Katastrophe im Jahr 1999 blieb die Zahl der tödlichen Unfälle zwischen null und drei Fällen pro Jahr, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung auf Anfrage schreibt. Zwischen 2001 und 2017 kam es zu insgesamt zwölf tödlichen Unfällen.

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