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Celestino Piatti: Trouvaillen des Schweizer Grafikers in Basel

Celestino Piattis Arbeiten stehen in jeder deutschsprachigen Bücherwand: Der Schweizer war Hausgrafiker des dtv-Verlages. Auch seine Polit- und Produktplakate mit markantem Rahmenstrich kennt man - weniger aber seine Kunst. Auch die ist ab Samstag in Basel zu sehen.
Seine Cover für den dtv-Verlag haben Celestino Piatti weiträumig bekannt gemacht - in Basel sind einige in der Werkschau zu sehen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)Seine Cover für den dtv-Verlag haben Celestino Piatti weiträumig bekannt gemacht - in Basel sind einige in der Werkschau zu sehen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)
Lange Tische voller grafischer Blätter lassen in der Basler Werkschau den Umfang von Piattis Nachlass erahnen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)Lange Tische voller grafischer Blätter lassen in der Basler Werkschau den Umfang von Piattis Nachlass erahnen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)
Piattis geometrische Werke aus den 1960er- bis 1990er-Jahren haben noch nicht viele gesehen - arrondiert von seinen Holzkatzen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)Piattis geometrische Werke aus den 1960er- bis 1990er-Jahren haben noch nicht viele gesehen - arrondiert von seinen Holzkatzen. (Bild: Basil Huwyler, Stauffenegger + Partner AG, Basel)
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Celestino Piatti: Trouvaillen des Schweizer Grafikers in Basel

(sda)

Der 2007 verstorbene Piatti gehört zu den international bekanntesten Schweizer Grafikern. Alleine für den dtv-Verlag schuf er ab 1961 rund 6300 Buchumschläge; Originale davon gehören zur Sammlung des Schweizerischen Landesmuseums. Vor seinem 100. Geburtstag 2022 präsentieren nun Familie und Freunde eine grosse Werkschau in Basel.

Ein eigens gegründeter Verein hat in einer Altstadtliegenschaft im Petershof am Petersgraben 19 eine Pop-up-Ausstellung kuratiert, die die ganze Breite des Schaffens dokumentiert. Seine Tochter Barbara Piatti spricht von einem «Best-of» aus unzähligen Grafikblättern, Plakaten, Originalen, Skulpturen et cetera aus Atelier und Lagern.

Die Schau, die am Samstagabend öffnet und nur bis am 18. Mai offen ist, weckt Erinnerungen an ikonische Alltagsbilder der 1960er- bis 1990er-Jahre. Eine grafische Zeitreise gespickt mit Anekdoten: Laut Barbara Piatti hatte er etwa für die erste Mondlandung eigens ein Fernsehgerät gekauft und Eindrücke gleich direkt auf Lithoplatten gezeichnet.

Handkoloriert an die Botschaft

Politplakate gestaltete er neben Aufträgen auch aus Überzeugung, so spontan eines 1968 nach dem russischen Einmarsch in der Tschechoslowakei, samt eigenhändiger Unterschriftensammlung zuhanden der Botschaft. Die ersten Unterschriftenbogen kolorierte Piatti voller Wut von Hand.

Weit weniger bekannt ist hingegen - trotz über fünfzig Einzelausstellungen - die Kreativität Celestino Piattis als Künstler. Davon zeugen etwa Skizzenbücher, rein geometrische Arbeiten oder einzelne Tierskulpturen, von Katzen und Eulen. Eulenbilder wurden über die Jahre zum Markenzeichen.

Die Ausstellung ermöglicht erstmals und einmalig Einblicke in den künstlerischen Nachlass. Sie hat - für ihn nicht unpassend und in heruntergekommenen Räumen charmant - eine kommerzielle Seite: Der gesamte Reinerlös wird für eine Jubiläumspublikation in gedruckter und digitaler Form verwendet, die per 2022 vorliegen soll.

Kunst- und Handwerk

Daher sind die Exponate käuflich: Von Lithos etwa liegen meist mehrere Blätter auf, Originale gibt es als Skizzen oder auch in Öl - mit Preisen von 80 bis 20'000 Franken weit unter musealen Ansätzen. Laut Barbara Piatti hat ihr Vater nie scharf zwischen Kunst und Alltagsgestaltung unterschieden; das sei eine «fliessende Grenze gewesen».

An der Finissage ist als Weltpremiere ein Film zu sehen, von dem nur noch eine Kopie existiert: Er zeigt Piatti beim Eulen-Malen zu Musik von Jacques Wildberger. Der Basler Komponist war gleich alt wie er.

https://drive.google.com/drive/folders/1vnjd2TGCbBDCN35b7bfJJPGSOMe1S440, www.celestino-piatti.ch

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