Corona-Sorgen drücken Börsen in die Verlustzone

An den europäischen Börsen nehmen am Donnerstag die Kursabgaben im Verlauf stark zu. Die Befürchtung, dass es wegen der steigenden Corona-Zahlen zu einer Verschärfung der Pandemie-Massnahmen kommt, treibt die Anleger aus dem Markt.

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Ein Börsenhändler blickt in Frankfurt auf die Monitore (Archivbild).

Ein Börsenhändler blickt in Frankfurt auf die Monitore (Archivbild).

KEYSTONE/DPA/BORIS ROESSLER
(sda/awp)

«Ein neuerlicher Lockdown wäre der Gau - nicht nur für den Markt», sagte ein Börsianer. «Das Coronavirus lehrt europäischen Aktienanlegern wieder das Fürchten.» Kein Wunder steigt daher auch das Angstbarometer der Schweizer Börse, der Volatilitätsindex VSMI, auf den höchsten Stand seit rund einem Monat.

Das zweite marktbestimmende Thema sind die festgefahrenen Verhandlungen über ein neues Konjunkturpaket in den USA. Republikaner und Demokraten stehen sich weiter ohne nennenswerte Annäherung gegenüber. Finanzminister Steven Mnuchin bezeichnete es als schwierig, noch vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November einen Kompromiss zu finden.

«Damit sind die Weichen gestellt. Die Anleger dürften bis nach den US-Wahlen in Deckung bleiben», sagte ein Händler. Daran dürften auch die die am Nachmittag erwarteten US-Konjunkturzahlen kaum etwas ändern können.

SMI und DAX geben nach

Der Schweizer Leitindex SMI fällt in diesem Kontext um 11.05 Uhr um 2,18 Prozent auf 10'068,21 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 2,28 Prozent auf 1'545,05. 29 der 30 SLI Werte geben nach.

In Deutschland rutschte der Dax gleich zum Handelsstart unter die Marke von 13'000 Punkten und weitete seine Verluste am Vormittag weiter aus. Zuletzt notiert der deutsche Leitindex 2,31 Prozent tiefer bei 12'727,16 Punkten. Auch der EuroStoxx50 kommt unter die Räder.

Die zweite Welle in der Corona-Pandemie in Europa bereitete zuvor auch den asiatischen Anlegern Sorgen. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent tiefer bei 23'507 Punkten aus dem Handel.

AMS und Swatch im Minus

In der Schweiz stehen derzeit neben den Aktien von AMS (-5,0%), die stets volatil sind, vor allem Konsum- und Luxusgüterwerte wie Swatch (-3,7%) und Richemont (-3,9%) unter Druck.

Zudem trennen sich die Anleger von den Aktien der grossen Banken Julius Bär (-3,3%), Credit Suisse (-3,4%) und UBS (-2,7%). Auch die Versicherer Swiss Re (-3,0%) und Swiss Life (-2,8%) büssen Terrain ein.