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Dank hybriden Freileitungen mehr Strom transportieren

Hybride Freileitungen können mehr Strom transportieren. Da das bestehende Übertragungsnetz entsprechend umgerüstet werden könnte, dürfte die technologische Verbesserung bei der Bevölkerung auf Akzeptanz stossen.
Unter der Regenanlage im Hochspannungslabor der ETH Zürich können die Forschenden das Verhalten von hybriden Stromleitungen genau untersuchen. (Bild: ETH High Voltage Lab/Jurij Pachin)

Unter der Regenanlage im Hochspannungslabor der ETH Zürich können die Forschenden das Verhalten von hybriden Stromleitungen genau untersuchen. (Bild: ETH High Voltage Lab/Jurij Pachin)

(sda)

Anders als bei herkömmlichen Stromleitungen werden bei hybriden Freileitungen statt zwei Wechselstromsystemen ein Wechselstrom- (AC) und ein Gleichstromsystem (DC) auf denselben Masten kombiniert. Damit kann über 50 Prozent mehr Strom transportiert werden, die Leitungen bleiben aber in ihrer Höhe und Breite unverändert. Somit müssten für eine Kapazitätssteigerung keine neuen Leitungen gebaut werden.

Brummen und elektrische Felder

Allerdings hat die neue Technologie auch ihre Tücken. Aufgrund von Interferenzen zwischen den AC- und DC-Systemen treten bei gewissen Wetterbedingungen oder je nach Distanz zwischen Gleich- und Wechselspannungsleitern störende Geräusche und elektrische Felder auf.

Eine Forschungsgruppe der ETH Zürich hat nun im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Energiewende" untersucht, wie das sogenannte Korona-Brummen oder elektrische Felder auf ein Minimum reduziert werden können, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Montag mitteilte. Die Wissenschaftler ermittelten "unter verschiedenen realen Bedingungen an Testleitungen im Labor und im Freifeld die ideale Spannung und die beste Mastgeometrie", wie Projektleiter Christian Franck, Professor am Institut für Hochspannungstechnik der ETH, erläutert.

Ängste überwiegen

Allerdings steht die Bevölkerung Hochspannungsleitungen eher kritisch gegenüber. Deshalb hat Isabelle Stadelmann-Steffen, Professorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Bern, mit einer Befragung bei rund 1300 Personen die Akzeptanz von hybriden Freileitungen untersucht.

Sie stellte fest, dass in der Bevölkerung generell die Ängste über negative Auswirkungen von Hochspannungsleitungen auf Mensch und Natur überwiegen. Dies sei eine Hürde für den Netzausbau und beeinflusse auch die Einstellung zu hybriden Freileitungen. Allerdings sind Personen, die in der Nähe einer Hochspannungsleitung wohnen, weniger skeptisch als solche, die weiter weg wohnen.

Ausserdem hängt die Einstellung der Bevölkerung auch von ihrem Vorwissen ab. Personen, die vom Brummen oder elektrischen Feldern Kenntnis haben, lehnen die Technologie zu 60 Prozent ab. Wird ihnen diese Information verschweigen, liegt die Akzeptanz laut der Befragung ebenso bei 60 Prozent. Werden die Befragten zusätzlich auf die Notwendigkeit des Netzausbaus hingewiesen, sind sogar drei Viertel für eine Hybridleitung.

Dennoch Chancen

Obwohl keine stabile Unterstützung für hybride Freileitungen besteht, stehen die Chancen für eine erfolgreiche politische Umsetzung laut Stadelmann nicht schlecht. Dies deshalb, weil konventionelle neue Leitungen unbeliebter sind als die Umrüstung einer bestehenden Freileitung.

Es sei dementsprechend wichtig, der Bevölkerung vorausschauend Informationen zu der neuen Technologie anzubieten und Betroffene in allfällige Projekte einzubeziehen. Weiter müssten auch Alternativen diskutiert werden, denn die Unterstützung für eine neue Technologie hänge immer auch von Alternativen ab. Die Akzeptanz sei letztlich umso höher, je mehr es gelinge, die negativen Auswirkungen einer Technologie zu verringern.

https://www.youtube.com/watch?v=C9A22vSVE6U&feature=youtu.be

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