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Das letzte Stündlein der Telefonkabine schlägt bald

In der Westschweiz ist sie schon Geschichte, in der Deutschschweiz schlägt ihr letztes Stündlein Ende November: Die Telefonkabine verschwindet. Techniker bauten das letzte Exemplar ennet der Saane am Donnerstag ab. Ganz Schluss mit der Kabine ist am 28. November.
Modern und hell und verschwand trotzdem: Swisscom-Kabine am Bahnhof Wiedikon in Zürich. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)Modern und hell und verschwand trotzdem: Swisscom-Kabine am Bahnhof Wiedikon in Zürich. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
An jeder Ecke des Landes: Eine Telefonkabine im Länggassquartier in Bern. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)An jeder Ecke des Landes: Eine Telefonkabine im Länggassquartier in Bern. (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
Das waren noch Zeiten: Andrang vor den Telefonkabinen im Bahnhof Airolo am 8. April 1975. (Bild: KEYSTONE/STR)Das waren noch Zeiten: Andrang vor den Telefonkabinen im Bahnhof Airolo am 8. April 1975. (Bild: KEYSTONE/STR)
Und auch im Bundeshaus durfte der öffentliche Fernsprecher nicht fehlen: Parlamentsangehörige beim Telefonieren im September 1984 (rechts die Berner FDP-Nationalrätin Geneviève Aubry). (Bild: KEYSTONE/STR)Und auch im Bundeshaus durfte der öffentliche Fernsprecher nicht fehlen: Parlamentsangehörige beim Telefonieren im September 1984 (rechts die Berner FDP-Nationalrätin Geneviève Aubry). (Bild: KEYSTONE/STR)
Prägten das Ortsbild: Telefonkabine in Binn VS. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)Prägten das Ortsbild: Telefonkabine in Binn VS. (Bild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
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Das letzte Stündlein der Telefonkabine schlägt bald

(sda)

An diesem Datum demontiert die Swisscom in Baden AG die letzte Telefonkabine des Landes, wie die Medienstelle am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Das zweitletzte Exemplar am Bahnhof Romanshorn TG wird im Lauf des Novembers abgebaut.

Mit der Telefonkabine und nach Abermillionen aus ihr übermittelten Liebesschwüren, Tränenmeldungen, Alarmen und Alltagsbanalitäten endet eine Ära in der Geschichte der schweizerischen Telekommunikation. Aus den schweizerischen Ortsbildern verschwand ein markantes Element, standen die Kabinen einst doch an buchstäblich jeder Ecke.

Die Swisscom will den Abbau der letzten Zelle in Baden denn auch nicht sang- und klanglos hinter sich bringen. Wie die Medienstelle verriet, gibt es eigens einen Anlass, und das gute Stück kommt im Museum für Kommunikation in Bern zu seinen letzten Ehren.

Rund 60'000 Kabinen im Land

Die Telefonkabinen erlebten 1995 den Höhepunkt ihrer Verbreitung. Damals standen mehr als 58'000 dieser Häuschen in den Dörfern und Städten des Landes. Die erste Telefonkabine wurde 1881 in der Fraumünster-Post in Zürich eingerichtet.

Der Erfolg der Mobiltelefonie läutete ab Ende der 1990-er Jahre den Niedergang der Telefonkabinen ein. Zwischen 2004 und 2016 sank die Anzahl der Telefonanrufe aus den Zellen gemäss Swisscom um 95 Prozent.

2018 entfiel auch die gesetzliche Pflicht für die Swisscom, als Teil der Grundversorgung Telefonkabinen zu betreiben. 90 Prozent der Kabinen waren zu diesem Zeitpunkt bereits demontiert, weil nach ihnen kein Bedürfnis mehr bestand. Seither wurden laufend weitere abgebaut.

Etliche fanden eine neue Verwendung etwa als Rückzugsort in Grossraumbüros, Büchertauschplatz, Fumoir oder interaktive Rätselkabine. Wer sich eine in den Garten stellen wollte, konnte sich das für 3500 Franken pro Kabine plus Transport leisten.

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