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Der neue Nationalrat ist jünger, weiblicher und urbaner

60 neue Köpfe ziehen im Dezember in die grosse Kammer ein - und geben ihr ein neues Gesicht.
Dominic Wirth
Franziska Ryser zieht für die St. Galler Grünen in den Nationalrat ein. (Bild: Benjamin Manser)

Franziska Ryser zieht für die St. Galler Grünen in den Nationalrat ein. (Bild: Benjamin Manser)

Der neue Nationalrat ist gewählt, und eines steht fest: Er hat mit dem alten nicht mehr viel gemeinsam. 31 amtierende Nationalräte wurden abgewählt. Insgesamt 60 Neulinge ziehen bei der nächsten Session im Dezember in die grosse Kammer ein. Fast ein Drittel der Gesichter sind also bald neu - und das verändert den Nationalrat in vielerlei Hinsicht.

Die grosse Kammer ist so jung wie lange nicht mehr

Im Durchschnitt ist der neue Nationalrat 49 Jahre alt. Und damit so jung wie nie mehr in den vergangenen Jahrzehnten. 2015 waren die neu gewählten Nationalräte noch 50,3 Jahre alt. Das Küken der grossen Kammer wird künftig Andri Silberschmidt sein. Der 25-jährige Zürcher hat für die FDP den Sprung nach Bern geschafft. Und löst dort die einen Monat ältere Samira Marti als jüngstes Ratsmitglied ab. Der älteste Nationalrat ist Jean-Pierre Grin (SVP/VD) mit 72 Jahren. Ins Auge sticht, dass künftig deutlich mehr Nationalräte unter 30 Jahre alt sind. Ihre Zahl ist von vier auf sieben gestiegen. Die älteren Semester bleiben aber auch künftig klar in der Überzahl. Die am besten vertretene Altersgruppe ist jene der 50- bis 59-Jährigen mit 74 Ratsmitgliedern. Die jüngsten Politiker stellen die Grünen mit durchschnittlich knapp 45 Jahren. Am anderen Ende der Skala stehen die CVP-Nationalräte. Sie sind im Durchschnitt fast 52 Jahre alt.

Der Anteil der Frauen steigt auf ein Rekordniveau

Die Frauenvertretung war eines der grossen Themen im Wahlkampf, der Frauenstreik vom 14. Juni dieses Jahres ein Ereignis, dass noch lange nachhallen wird - und dessen Wirkung sich am Sonntag bereits ein erstes Mal entfaltet hat. So viele Frauen wie nie zuvor haben den Sprung in den Nationalrat geschafft. Neu hat die Schweiz 84 Nationalrätinnen, das sind 20 mehr als 2015. Das entspricht einer Zunahme um rund 30 Prozent, viel mehr als in anderen Jahren. Von einer paritätischen Vertretung im Parlament sind die Frauen aber immer noch weit entfernt. Im Nationalrat beträgt ihr Anteil neu 42 Prozent; im Ständerat wird er aber deutlich tiefer bleiben, ganz unabhängig davon, wie die zweiten Wahlgänge ausgehen. Im internationalen Vergleich belegt die Schweiz mit ihrem Frauenanteil im Nationalrat nun einen Platz in den Top 15. Zuoberst steht Ruanda.

Es sitzen künftig mehr Städter im Bundeshaus

Der Nationalrat wird urbaner, das zeigen Zahlen des Bundesamts für Statistik. So ist die Zahl jener Nationalräte, die ihren Wohnort in einem städtischen Gebiet haben, von 130 auf 141 gestiegen. In diese Kategorie rechnet der Bund sämtliche Orte mit städtischem Charakter, wobei neben den Grossstädten hier auch kleinere Städte – zum Beispiel Herisau in Appenzell-Ausserrhoden oder Agglomerationsgemeinden wie Emmen oder Buchs (AG) – eingerechnet werden. Die Zunahme der Städter geht auf Kosten des so genannten intermediären Raums. Konkret von ländlichen Zentren wie Willisau im Kanton Luzern. Der wirklich ländliche, dörfliche Raum ist auch in den kommenden vier Jahren fast gleich stark vertreten. Auf ihn entfallen künftig 27 statt wie bisher 28 Sitze.

Akademiker, Akademiker, Akademiker

Schon bis anhin waren Nationalräte mit einem Universitätsabschluss die Regel, und das ist auch bei den neu Gewählten so. Eine genaue Auswertung liegt noch nicht vor, doch die Tendenz ist klar: Rund zwei Drittel der 60 Neuen waren an der Universität; eine Lehre hat nur jeder zehnte absolviert. Unter anderem ziehen drei Bauern neu in den Nationalrat ein, ein gelernter Maurer und eine Gastronomin. Es gibt Anwälte, Geschäftsführer von Verbänden und vereinzelt Unternehmer. Viele der neuen Nationalräte haben bereits politische Erfahrung.

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