Designerin Rosmarie Baltensweiler mit 92 Jahren gestorben

Baltensweiler, die international bekannte Luzerner Leuchtenmanufaktur, vermeldet den Tod ihrer Gründerin. Rosmarie Baltensweiler ist am Freitag im Alter von 92 Jahren gestorben.

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Leuchten-Gestalterin Rosmarie Baltensweiler, Begründerin der gleichnamigen Leuchtenmanufaktur, ist mit 92 Jahren gestorben. Letztes Jahr wurde sie vom Bundesamt für Kultur für ihr Lebenswerk mit dem «Grand Prix Design» geehrt.

Leuchten-Gestalterin Rosmarie Baltensweiler, Begründerin der gleichnamigen Leuchtenmanufaktur, ist mit 92 Jahren gestorben. Letztes Jahr wurde sie vom Bundesamt für Kultur für ihr Lebenswerk mit dem «Grand Prix Design» geehrt.

Baltenweiler_Handout
(sda)

Rosmarie Baltensweiler war bis zum letzten Atemzug «hellwach». Vor zwei Wochen gab die 92-Jährige noch der jüngsten Stehleuchte IRIO den Segen. «'Lichtstark, funktional, trotzdem verspielt', kommentierte sie», sagt Sohn Gabriel Baltensweiler am Telefon. Das Modell wurde mit dem «Red Dot Award: Best of Best 2020» ausgezeichnet. Und Firmengründerin Baltensweiler bleibt eine Avantgardistin - als Designerin, Unternehmerin, Mutter von vier Kindern und Naturschützerin

Während der letztjährigen Art Basel wurde die Leuchten-Gestalterin vom Bundesamt für Kultur mit dem «Grand Prix Design» für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. «Rosmarie Baltensweiler schrieb mit ihrem Mann Rico Schweizer Designgeschichte und gründete ein international erfolgreiches Unternehmen, das schon früh auf nachhaltige Produktion setzte», hiess es dazu in der Laudatio.

Am Anfang stand «Type 600»

Geradezu in Lichtgeschwindigkeit wurde in den fünfziger Jahren die erste Baltensweiler-Stehleuchte berühmt: «Type 600» fand in eine Musterwohnung von Le Corbusier. Dabei war sie fast zufällig in einer zur Wohnwerkstatt umfunktionierten Wäscherei in Luzern entstanden. Die Designerin und der Elektroingenieur hatten für sich einfach eine funktionale Leuchte gebraucht.

Die ersten Kinder des Paares kamen im sogenannten Flusshaus zur Welt. Sicherheitshalber erwarben die Baltensweilers ein so genanntes «Prozesshaus» am Stadtrand - zum Wohnen, Entwickeln und Diskutieren. Neben den Kindern gingen Architekten und Unternehmer wie Willy Guhl oder Rolf Brem ein und aus. Als Rico Baltensweiler 1987 verstarb, führte Rosmarie die Manufaktur mit Tochter Karin und Sohn Gabriel weiter. Inzwischen wird diese in der dritten Generation von Ria Baltensweiler und Ilario Meier geleitet.

12 kleine und grosse Leuchtenfamilien sind bislang entstanden. Seit 2014 im Betrieb auf dem Littauer Boden bei Luzern entworfen, konstruiert, repariert, auf Wunsch auch umfunktioniert. Wie das Modell HALO, wegen der schlichten Eleganz eine der Lieblingsleuchten von Rosmarie Baltensweiler: Das Modell kann von Halogen auf energiesparendes LED umgerüstet werden.

Die Designerin Baltensweiler hat sich gleichermassen für Umwelt, Wirtschaft und Politik interessiert. Gerne hätte sie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie miterlebt, sagte sie noch. Es sei eine spannende Zeit, die auf uns zukomme, nicht zuletzt, weil das Virus auf die Evolution der Menschen einen enormen Einfluss habe.