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Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung schluckt wöchentlich Medis

Jeder zweite Schweizer über 15 greift mindestens einmal wöchentlich zum Medikament. 1992 waren es noch 38 Prozent gewesen. Und die Mittel scheinen zu wirken: Obwohl ein Drittel über chronische Beschwerden klagt, fühlen sich 85 Prozent gesund bis sehr gesund.
Schaufenster einer Apotheke in Zürich: Der Betrieb dürfte florieren, denn die Hälfte der Schweizer greift mindestens einmal die Woche zur Arznei. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Schaufenster einer Apotheke in Zürich: Der Betrieb dürfte florieren, denn die Hälfte der Schweizer greift mindestens einmal die Woche zur Arznei. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

(sda)

Ihre Lebensqualität bezeichnen sogar 92 Prozent der 22'000 Befragten als gut bis sehr gut. Ein Grossteil der Schweizer verdankt das den Schmerzmitteln: Fast ein Viertel hat 2017 mindestens einmal pro Woche eine Kopfwehpille oder ähnliches eingeworfen, das sind doppelt so viele wie 1992. Das Vorurteil, Männer seien wehleidiger, wird von neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) widerlegt: Von den Medikamenten-Konsumenten sind 55 Prozent weiblich.

Auf der Hitliste der am meisten genutzten Arzneien folgen auf die Schmerzmittel Blutdrucksenker mit 16 Prozent, Cholesterinsenker mit acht Prozent und Herzmedikamente mit sieben Prozent. Jeder 20ste bedient sich bei Schlaf-, Beruhigungsmitteln und Antidepressiva. Letztere werden seit 2007 immer beliebter, während der Konsum von Psychopharmaka allgemein stabil geblieben ist.

Romands bevorzugen Alternativen

Komplementärmedizin ersetzt immer öfter die Chemie. 29 Prozent der Bevölkerung unterzogen sich 2017 mindestens einer komplementärmedizinischen Behandlung wie Akupunktur, chinesische Medizin, Homöopathie oder Osteopathie. 2002 nahm nur jeder Sechste Alternativmedizin in Anspruch.

Frauen vertrauen der Komplementärmedizin öfter als Männer: Mehr als ein Drittel der weiblichen Wohnbevölkerung nutzt Alternativen zur klassischen Heilkunde, bei den Männern ist es nur ein Fünftel. Personen mit hoher Bildung setzen zu einem guten Drittel auf Komplementärmedizin, fast doppelt so häufig wie Leute mit obligatorischem Schulabschluss.

Auffällig ist der Röstigraben: 38 Prozent der Romands nehmen alternative Methoden in Anspruch, in der Deutschschweiz ist es nur ein Viertel und im Tessin noch weniger. Eine ganz besondere Vorliebe haben die Westschweizer für Osteopathie, auch als «Manuelle Medizin», «Manualtherapie», «Chirotherapie» oder «Chiropraktik» bezeichnet. Jeder Fünfte jenseits der Saane hat sich 2017 dieser Methode bedient, im Rest der Schweiz nur jeder 20ste.

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