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Die SBB testen weisse Farbe auf Schienen gegen Gleisverwerfungen

Die heissen Temperaturen machen auch den SBB zu schaffen, es kann zu Verformungen der Schienen kommen, den sogenannten Gleisverwerfungen. Mit einem neuen Verfahren, bei dem Schienen mit weisser Farbe bemalt werden, können Schäden an Gleisen vermindert werden.
(sda)

In Solothurn sei am Freitag auf einem Abstellgleis ein entsprechender Test abgeschlossen worden, sagte Norbert Krebs, Leiter Technik Fahrbahn bei den SBB gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Für den Versuch seien während der Hitzewelle diese Woche je zehn Meter Schiene seitlich mit weisser Farbe besprüht worden, einmal mit konventioneller Farbe und einmal mit einem Anstrich mit isolierender Wirkung.

Vor allem Letzterer sei vielversprechend, damit betrage die Schienentemperatur rund sieben Grad weniger als ohne Anstrich. Dies könne signifikant bei bestimmten Situationen im Bahnverkehr und an sogenannten exponierten Stellen sein und Gleisverwerfungen verhindern. Mit herkömmlicher weisser Farbe werden die Gleise drei Grad weniger warm.

Effekt verblasst wegen Verschmutzung

Ein Nachteil am Anstrich mit der weissen Farbe sei, dass nach zwei bis drei Monaten rund fünfzig Prozent des Kühlungseffektes wegen der Gleisverschmutzung verloren gehe, sagte Krebs. Es könne jedoch sein, dass der neu getestete, isolierende Anstrich schmutzabweisender sei. Eventuell gebe es weitere Tests.

Zu einem allfälligen Einsatz der kühlenden weissen Farbe komme es aber erst nächstes Jahr. Der Einsatz der weissen Farbe sei lediglich eine der Möglichkeiten, um Gleisverwerfungen zu verhindern. Man sei diesbezüglich in regem Austausch mit der Rhätischen Bahn, der italienischen Staatsbahn und den Österreichischen Bundesbahnen.

Nun prüfen die SBB, unter welchen Kriterien auf dem Schienennetz von 7000 Kilometern «weisse Schienen» einen Sinn machen, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Bis definitive Ergebnisse vorliegen, werden die Gleise weiter mit Wasser gekühlt.

Auch Kühlung mit Wasser möglich

Grundsätzlich sind die SBB-Gleise so dimensioniert, dass sie sowohl bei Hitze wie bei Kälte einwandfrei funktionieren. Abweichungen wegen extremen Temperaturen nach oben oder nach unten können aber Störungen auslösen. Bei grosser Hitze werden die Schienen bis 70 Grad heiss. Dabei dehnt sich das lückenlos verschweisste Gleis aus.

In den Kurven entstehen dabei Querkräfte, die zu einer Verformung der Gleise führen. Diese bezeichnet man als Gleisverwerfung. Jährlich werden bei den SBB fünf bis 15 solcher Verwerfungen registriert und repariert.

Bei Bedarf werden die Schienen der SBB an heissen Tagen mit Wasser gekühlt. Dieses wird aus einem Tankwagen auf die Gleise gesprüht. Wo und wann gekühlt wird, werde jeweils auf Grund von Lagebeurteilungen situativ entschieden, hiess es Ende Juni. Laut SBB erreichen Schienen an Hitzetagen trotz einmaliger Kühlung praktisch die Maximaltemperatur.

Eine andere Massnahme, die bei den SBB derzeit geprüft wird, ist die Erhöhung der Neutralisierungstemperatur der Schienen. Darunter versteht man jene Temperatur, auf die eine Schiene erhitzt wird, bevor sie im Gleisbett verschweisst wird. Mit einer Erhöhung sollen die temperaturbedingten Kräfte minimiert werden.

Erst am Mittwoch, dem bisher heisseste Tag des Jahres, hatte die Hitze dem SBB-Netz zugesetzt. Im Zürcher Oberland, im Kanton Aargau bei Brugg und im Raum Genf gab es Gleisschäden. Zuvor war es auch an anderen Orten, zum Beispiel Ende Juni auf dem verkehrsreichen Streckenabschnitt zwischen Bern und Bern Wankdorf, zu Gleisverwerfungen gekommen.

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