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Drei neue Teleskope halten Ausschau nach Weltraumschrott

Das Astronomische Institut der Universität Bern hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppeln erweitert und eine bestehende ausgebaut. Nun können die Forscher mit insgesamt sechs Teleskopen Weltraumschrott aufspüren.
Die beiden neuen Kuppelbauten des Observatoriums Zimmerwald mit 5,3 Metern (links) und 4,5 Metern (rechts) Durchmesser. (Bild: Universität Bern/Manu Friederich)

Die beiden neuen Kuppelbauten des Observatoriums Zimmerwald mit 5,3 Metern (links) und 4,5 Metern (rechts) Durchmesser. (Bild: Universität Bern/Manu Friederich)

(sda)

Das Phänomen Weltraumschrott ist seit mehreren Jahrzehnten bekannt. Ein regelrechter "Weckruf" für Satellitenbetreiber und die Politik war jedoch 2009 die Kollision eines aktiven Telefonsatelliten mit dem ausgedienten Kommunikationssatelliten in rund 800 Kilometern Höhe über Sibirien.

Der Aufprall erfolgte mit einer Geschwindigkeit von 11 Kilometern pro Sekunde und erzeugte eine Trümmerwolke aus über 2000 Bruchstücken von mehr als zehn Zentimetern, wie die Universität Bern in einer Mitteilung schreibt. Innert weniger Monate breiteten sich die Trümmer weiträumig aus und drohen seither, mit weiteren Satelliten zusammenzustossen.

Wie Handgranaten

Um die aktuelle Population von Weltraumschrott besser zu verstehen, sind aufwändige Beobachtungen mit bodengestützten Radaranlagen und optischen Teleskopen nötig. Damit können grössere Objekte regelmässig verfolgt und deren Bahnen bestimmt werden. Für Teile, die kleiner sind als zehn Zentimeter, sind nur statistische Angaben möglich.

"Die Teilchen mögen klein sein, sind aber keineswegs ungefährlich: bei einer Kollision mit einem Teilchen von einem Zentimeter Durchmesser wird beispielsweise die Energie einer explodierenden Handgranate freigesetzt", wird Thomas Schildknecht, Direktor des Observatoriums Zimmerwald in der Mitteilung der Universität zitiert.

Am Observatorium Zimmerwald suchen Forscherinnen und Forscher nach kleinen Raumschrottteilen, die sich in hohen Erdumlaufbahnen befinden. In den vergangenen 20 Jahren entdeckten sie unzählige solche Teilchen.

Die Resultate der Berner Forschenden leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Modellen, welche die heutige Raumschrottpopulation beschreiben und die als Ausgangspunkt zur Berechnung von Zukunftsszenarien dienen.

Drei neue "Weltraumaugen"

Die beiden neuen Kuppelbauten sowie der Ausbau der bestehenden Sechs-Meter-Kuppel ermöglichen es dem Observatorium, drei neue Teleskope zur Erforschung und Überwachung von Weltraumschrott zu installieren. Die neuen Kuppeln wurden am Dienstag im Rahmen eines Festakts eingeweiht.

Im Festprogramm wird auch eine Video-Botschaft von Nasa Forschungsdirektor Thomas Zurbuchen angekündigt. Dieser hat eine enge Verbindung zur Schweiz, stammt er doch ursprünglich aus dem bernischen Heiligenschwendi.

Insgesamt verfügt das Observatorium damit über sechs Teleskope. Das Observatorium wurde Mitte der 1950er Jahre erbaut. In Zimmerwald wurden seither verschiedene Supernovaes, Kometen und Kleinplaneten entdeckt. Letztere tragen Namen wie Rumpelstilz, Heidi oder Swissair. Auch Schweizer Persönlichkeiten wie Albert Einstein, Henry Dunant oder General Guisan kurven als Kleinplaneten durchs All.

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