Eine Röhre des Lötschberg-Basistunnels ab Sonntagmittag offen

Im Lötschberg-Basistunnel ist seit Sonntagmittag eine Röhre wieder für die Züge offen. Damit können die Intercity-Züge 8 von Romanshorn nach Brig wieder durch diesen Tunnel fahren.

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Im Lötschbergbasistunnel kann wieder gefahren werden - allerdings erst in einer Röhre.

Im Lötschbergbasistunnel kann wieder gefahren werden - allerdings erst in einer Röhre.

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
(sda)

Wie ein Mediensprecher des Bahnunternehmens BLS am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte, werden diese Züge die Schadenstelle mit reduzierter Geschwindigkeit passieren. Die Eurocity-Züge werden weiterhin über die Bergstrecke umgeleitet, also via Kandersteg-Goppenstein.

Die Intercity-Züge 61 von Basel nach Brig fallen zwischen Spiez und Brig weiterhin aus. Passagiere müssen dort umsteigen. Die zweite Tunnelröhre bleibt laut BLS-Mediensprecher Stefan Dauner noch mehrere Tage lang gesperrt.

Der Wassereinbruch in der Nacht von Freitag auf Samstag sorgte laut Dauner für noch mehr Schlamm als beim ersten Einbruch von Anfang Februar. «Wir waren sehr überrascht», sagte Dauner. Ziel der BLS war es, so schnell wie möglich eine Röhre wieder für den Verkehr zu öffnen.

Um das Problem mit den Wassereinbrüchen an der fraglichen Stelle provisorisch zu lösen, braucht es laut Dauner mehr Geld als bisher angenommen. Die BLS geht nun von 3,5 Millionen Franken aus nach 2,5 Millionen beim ersten Wassereinbruch. Für eine langfristige Lösung gibt es noch keine Kostenschätzung. Die BLS steht ständig im Kontakt mit Geologen.

Der Wassereinbruch ereignete sich rund 2,5 Kilometer vom südlichen Portal in Raron VS entfernt. Die Stelle liegt geologisch in einer Kalkschicht mit Karstsystemen. Solche Schichten führten tendenziell mehr Wasser als beispielsweise Granit- und Gneisschichten, hielt die BLS Mitte Februar fest.

Am 6. Februar hatte das Unternehmen nach einem ersten Wassereinbruch zuerst eine Röhre sperren müssen. Später wurden beide geschlossen. Nach einem Tag wurde eine Röhre wieder freigegeben, nach gut zehn Tagen auch die zweite.

Die Ruhe dauerte bis in die Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag. Am Samstagmorgen musste das Unternehmen erneut beide Röhren schliessen.