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«Operation am offenen Herzen»: Erste Bauarbeiten am und um den Bahnhof Bern sichtbar

Der Bahnhof Bern steht vor einem grossen Ausbauprojekt. Nach dem Spatenstich letzten Herbst sind erste Arbeiten sicht- und spürbar. An verschiedenen Orten rund um den Bahnhof werden derzeit so quasi die Baustellen "gebaut".
Bauarbeiter auf einer der Baustellen für den Ausbau des Bahnhofs Bern. Das Grossprojekt unter laufendem Betrieb gleicht einer Operation am offenen Herzen. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Bauarbeiter auf einer der Baustellen für den Ausbau des Bahnhofs Bern. Das Grossprojekt unter laufendem Betrieb gleicht einer Operation am offenen Herzen. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Die verschiedenen Baustellen müssen minutiös geplant sein, damit die eigentlichen Bauarbeiten in sehr engen Platzverhältnissen später den Bahnbetrieb nicht stören. Das milliardenschwere Grossprojekt "Zukunft Bahnhof Bern" gleicht einer Operation am offenen Herzen.

Unter laufendem Betrieb des zweitgrössten Bahnhofs der Schweiz realisieren in den kommenden Jahren drei Bauherren grosse Teilprojekte. Ziel ist es, den heute schon an seine räumlichen und betrieblichen Grenzen stossenden Berner Bahnhof für eine Zukunft mit stetig wachsenden Pendlerströmen fit zu machen.

Das Grossprojekt gliedert sich in zwei Teile. In einer ersten Phase entsteht ein neuer unterirdischer Bahnhof für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS). Der in den Sechzigerjahren erste Schweizer U-Bahnhof wurde ursprünglich für rund 16'000 Reisende pro Tag konzipiert. Heute drängen sich bis zu 60'000 Passagiere pro Tag durch den engen Tiefbahnhof.

Ebenfalls in der ersten Projektphase realisiert die SBB eine zusätzliche Personenunterführung und zwei neue Zugänge zum Berner Bahnhof, einen vom Länggassquartier her, der andere vom Bubenbergplatz her. Die Stadt Bern wiederum nimmt die nötigen Anpassungen im öffentlichen Raum rund um den Bahnhof vor, um die stetig wachsenden Pendlerströme zu bewältigen.

In einem zweiten Ausbauschritt ab 2040 soll der SBB-Bahnhof schliesslich seitlich um vier Gleise erweitert werden.

Deckel drauf

Direkt neben den vielbefahrenen Gleisen bei der Einfahrt des Bahnhofs Bern schraubt sich am Donnerstag lärmend der Kopf einer riesigen Bohrmaschine in den Boden. Das entstandene Loch wird mit Betonpfählen ausgefüllt. Mit der Zeit entsteht so eine Wand aus Betonelementen, die überdeckelt werden kann.

Während unter dem Deckel später die eigentlichen Grab- und Bauarbeiten stattfinden, wird an der Oberfläche der Bahnbetrieb seinen gewohnten Gang nehmen. Auch andernorts rund um den Bahnhof sind unterdessen Baumaschinen am Werk.

Da für die diversen Bauarbeiten in den nächsten Jahren auch immer wieder Gleise gesperrt werden müssen, verlängert die SBB das Perron 9/10 um rund 370 auf 690 Meter. So steht langen Zügen immer ein Gleis zur Verfügung.

Recke muss rücken

Die Stadt Bern ihrerseits muss abgestimmt auf den Ausbau des Bahnhofs Bern den Verkehr im Umfeld des Bahnhofs neu organisieren. Bis 2025 sind diverse Massnahmen geplant, so etwa die Verlängerung der Fussgängerpassage der SBB unter dem Bubenbergplatz hindurch zum Hirschengraben.

Für den Ausgang am Hirschengraben müsste allerdings ein Schwergewicht verschoben werden: Schultheiss und Feldherr Adrian von Bubenberg, bernischer Held der Schlacht bei Murten im Jahr 1476.

Doch: "So lange eine Ader in uns lebt, gibt keiner nach", steht ominös auf dem Steinsockel am Hirschengraben, der die überlebensgrosse Bronzefigur des Kriegers und Staatsmanns trägt.

Die von Bubenberg zugeschriebene Durchhalteparole in den Burgunderkriegen, mag ihm im mittelalterlichen Schlachtgetümmel hilfreich gewesen sein, gegen das moderne Pendlergetümmel zieht der wackere Recke aber den Kürzeren: er muss weichen. Sein Denkmal soll an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.

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