«Fantoche»-Animationsfilmfestival wegen Corona mit Besuchereinbruch

Das Internationale Festival für Animationsfilm «Fantoche» ist am Sonntag in Baden AG mit der Verleihung der 13 Wettbewerbspreise zu Ende gegangen. Die 18. Ausgabe zählte 15'800 Eintritte. Wegen Corona war die Zahl gegenüber dem Vorjahr um fast die Hälfte eingebrochen.

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Masken und freie Sitze: Das internationale Animationsfilmfestival «Fantoche» in Baden AG verzeichnete heuer weniger Besucherinnen und Besucher.

Masken und freie Sitze: Das internationale Animationsfilmfestival «Fantoche» in Baden AG verzeichnete heuer weniger Besucherinnen und Besucher.

Festival Fantoche 2020
(sda)

Aufgrund der aktuellen Reisebeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie hätten deutlich weniger internationale Filmemacher nach Baden reisen können, teilten die Veranstalter am Sonntag mit. Viele hätten sich für Diskussionen digital zugeschaltet. Bei den Vorführungen blieben zudem Sitze gesperrt, um zwischen den Besuchern Abstände zu gewährleisten.

Nicht wenige Filmemacher seien trotz Reisewarnungen und Quarantänepflicht bei ihrer Rückkehr dennoch in die Schweiz gereist, hiess es weiter. Sie hätten betont, wie sehr sie es vermisst hätten, über Filme zu sprechen.

Zum 25-Jahre-Jubiläum zeigte «Fantoche» an sechs Tagen insgesamt 361 Kurz- und Langfilme. Darunter waren aktuelle Schweizer und internationale Produktionen sowie Retrospektiven. Der Anlass umfasste auch einen Serienmarathon und ein Onlinefestival. 52 Prozent der gezeigten Filme waren von Frauen gemacht. Zu den Publikumslieblingen gehörten erneut die grossen Animé-Produktionen aus Japan. Diverse Vorstellungen waren ausverkauft.

Im internationalen Wettbewerb gewann die Schwedin Niki Lindroth von Bahr mit dem Streifen «Something to Remember» den Preis für den besten Film. Er zeigt menschlich gekleidete Tiere, die von existenziellen Leiden auf Erden singen. «Ties» der Russin Dina Velikovskaya über das Chaos bei einem Abnabelungsprozess erhielt den internationalen Publikumspreis.

Im Schweizer Wettbewerb wurde «Aletsch Negative» der Walliserin Laurence Bonvin als bester Film ausgezeichnet. Er führt den Zuschauern den Rückgang des ewigen Eises vor Augen. Das Publikum prämierte «Signs» des in Zürich lebenden Filmemachers Dustin Rees. Der Streifen beleuchtet das Routineleben eines Elektrikers, der seine Beachtung plötzlich bestimmten Zeichen und Signalen zuwendet.

Das 19. Fantoche-Festival soll vom 7. bis 12. September 2021 in Baden stattfinden.