FDP erwägt wegen Maudet strengere Prüfung von Bundesratskandidaten

Die FDP Schweiz überlegt, ob sie nach der Affäre um den Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet ihre Bundesratskandidaten künftig strenger prüfen will. Maudet stand im vergangenen Jahr auf dem Dreierticket für die Landesregierung.

Drucken
Teilen
Als Pierre Maudets umstrittene Reise noch kein Thema war: FDP-Präsidentin Gössi vor Jahresfrist mit den Bundesratskandidaten. Von links: Maudet, Petra Gössi, Isabelle Moret und Ignazio Cassis. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

Als Pierre Maudets umstrittene Reise noch kein Thema war: FDP-Präsidentin Gössi vor Jahresfrist mit den Bundesratskandidaten. Von links: Maudet, Petra Gössi, Isabelle Moret und Ignazio Cassis. (Bild: KEYSTONE/VALENTIN FLAURAUD)

(sda)

Bereits bisher seien die Kandidierenden ausführlich befragt und überprüft worden, sagte FDP-Präsidentin Petra Gössi in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. So hätten sie nicht nur Fragen zu eigenen Person, sondern auch zum ganzen Umfeld und zu Mandaten im Umfeld beantworten müssen. Zudem mussten sie Auszüge aus dem Straf- und dem Betreibungsregister vorlegen.

Im Zuge der Affäre Maudet überlege man nun aber, «die Prüfung noch strenger zu machen», sagte Gössi. Sie hatte am Donnerstag verlauten lassen, dass sie von Pierre Maudet enttäuscht sei. Sie forderte ihn zwar nicht direkt zum Rücktritt auf, stellte aber die Frage, ob er noch handlungsfähig sei.

Nicht mehr Präsident

Die Genfer Kantonsregierung hat ihrem Sicherheitsdirektor im Zuge seiner umstritten Reise nach Abu Dhabi nach und nach Kompetenzen entzogen. Er gibt das Regierungspräsidium sowie die Kontrolle über die Polizei und den Flughafen vorläufig ab - bleibt aber Staatsrat. Dies gab Vizepräsident Antonio Hodgers am Donnerstag vor den Medien in Genf bekannt.

Vor Jahresfrist war die FDP mit einem Dreierticket zur Wahl für die Nachfolge von Didier Burkhalter angetreten: mit dem letztlich gewählten Tessiner Ignazio Cassis, der Waadtländer Nationalrätin Isabelle Moret und mit Pierre Maudet.

Zwei Starfreisinnige in der Bredouille

Dem angeschlagenen Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet sind weitere Kompetenzen entzogen worden. Gegen den Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis hat die Justiz eine Voruntersuchung eingeleitet.
Doris Kleck, Henry Habegger

Nur keine Schadenfreude

Pierre Maudet werden im Zuge seiner umstritten Reise nach Abu Dhabi weitere Kompetenzen entzogen. Der angeschlagene Genfer Sicherheitsdirektor gibt das Regierungspräsidium sowie die Kontrolle über die Polizei und den Flughafen vorläufig ab. Er bleibt aber Staatsrat.
Balz Bruder

Resolution: Maudet soll Dossiers Polizei und Flughafen abgeben

Der Druck auf Pierre Maudet wegen seiner umstrittenen Reise nach Abu Dhabi wächst. Dem angeschlagenen Genfer Regierungspräsidenten soll die Kontrolle über die Polizei und den Flughafen entzogen werden, während der strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn.