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Forschende wollen mikrobielles Leben unter Gletschern erforschen

Forschende der ETH Lausanne (EPFL) wollen die Mikroorganismen der Gletschergewässer untersuchen. Sie erhoffen sich davon Aufschlüsse darüber, wie sich die Kleinstlebewesen an die extremen Umweltbedingungen anpassen.
In 25 Jahren dürfte laut Glaziologen die Hälfte der kleinen Gletscher verschwunden sein. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

In 25 Jahren dürfte laut Glaziologen die Hälfte der kleinen Gletscher verschwunden sein. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

(sda)

Das Projekt verfolgt das Ziel, die DNA der aus den Fliessgewässern der grössten Gletscher der Welt entnommenen Mikroorganismen zu extrahieren, wie die ETH Lausanne und die Nomis Foundation am Mittwoch gemeinsam mitteilten.

Vier Jahre lang sollen Wissenschaftler sich zu Gletscherbächen in Alaska, dem Himalaya, den Anden, Grönland, Skandinavien, dem Pamir, der Kamschatka, dem Kaukasus, in Neuseeland und den Alpen aufmachen. Sie werden sich dabei auf die Entnahme von Biofilmen konzentrieren. Diese bestehen aus Mikroben und bilden in den Bächen eine dünne, schleimige Schicht an der Oberfläche der Sedimente.

Was geht verloren?

Mit der gross angelegten Sequenzierung von der Mikroben-DNA wollen die Forschenden die Struktur und Funktionsweise des Mikrobioms dieser Biofilme entschlüsseln. Dies erlaubt den Forschern einerseits einen Blick in die Vergangenheit. Alte genetische Marker könnten aufzeigen, wie sich Mikroben im Laufe der Zeit entwickelten und welche Anpassungsstrategien sie hatten.

Andererseits geht es auch um die Zukunft. So wollen die Glaziologen verstehen, wie Klimawandel und Gletscherschwund die Biofilme beeinflussen und welche Rolle ihnen im Ökosystem der alpinen Fliessgewässer zukommt. Alles dreht sich dabei um die Frage, was - ausser Wasser - geht verloren, wenn die Gletscher weiter schmelzen?

Bis in 25 Jahren dürfte laut der Mitteilung die Hälfte der kleinen Gletscher in der Schweiz verschwunden sein. Dasselbe gilt für die davon gespeisten Fliessgewässer und das Leben darin. «Das bessere Verständnis der mikrobiellen Lebensverhältnisse dieser vom Verschwinden bedrohten Ökosysteme ist somit unsere Pflicht gegenüber zukünftigen Generationen», erklärt Tom Battin, Direktor des Labors zur Erforschung von Biofilmen und Gewässerökosystemen der EPFL und wissenschaftlicher Leiter des Projekts.

Neues Forschungszentrum

Das Projekt startet offiziell am 1. August im Zusammenhang mit der Eröffnung des Forschungszentrums für alpine und extreme Umgebung in Sitten. Das Zentrum wurde dank Nomis, einer Schweizer Stiftung, die ausschliesslich wissenschaftliche Pionierprojekte finanziert, ins Leben gerufen.

Die erste Expedition startet im Februar 2019. Der Himalaya-Experte Mike Styllas wird das Team vor Ort führen, ihm zur Seite stehen zwei Gebirgsspezialisten aus Kanada und Italien. Die Vorbereitungen beginnen diesen Sommer in den Schweizer Alpen.

Für die Genomik wird die Forschungsgruppe von Professor Paul Wilmes der Universität Luxemburg beigezogen. Derweil wird Michael Zemp, Forschungsmitarbeiter der Universität Zürich, den Bereich Glaziologie abdecken.

Battin könnte sich vorstellen, die aus den Gletscherbächen entnommenen DNA-Daten am Standort der EPFL im Wallis zusammenzuführen. Diese DNA-Bibliothek könnte künftigen Wissenschaftlern als Kartografie des heutigen Zeitalters dienen.

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