Frühere Schulfreunde bauen riesige Krippe in Saint-Maurice

In der Basilika der Abtei Saint-Maurice im Unterwallis ist am Freitag eine riesige Weihnachtskrippe enthüllt worden. Das Kunstwerk ist rund 120 Quadratmeter gross, sieben Tonnen schwer, sieben Meter hoch und umfasst nicht weniger als 700 Terrakottafiguren.

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Auch die Fischer auf dem See dürfen nicht fehlen.
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Modelle von Handwerkern aller Gattungen sind im Kunstwerk zu sehen.
Das Modell ist einem sizilianischen Dorf aus dem 17. Jahrhundert nachempfunden.
Maurice Bianchi präsentiert den kleinen Jesus. Die Figur wird erst am 24. Dezember in die Krippe gelegt.
Die Hunderte von Krippenfiguren stammen von einem Keramikhandwerker aus dem sizilianischen Caltagirone.

Auch die Fischer auf dem See dürfen nicht fehlen.

Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
(sda)

Die beiden Erbauer, Maurice Bianchi aus Le Chaux-de-Fonds NE und Créa Calame aus Yverdon VD, haben eine echte Miniaturwelt geschaffen. Es ist das Modell eines von der sizilianischen Architektur des 17. Jahrhunderts inspirierten Dorfes, mit engen Gassen und weissen Häusern, die am Fusse eines Hügels kleben.

Alles ist da: die Bewohner in ihren Häusern, die Mühle, der Korbmacher, der Bäcker, der Schmied, der Glasbläser und andere Handwerker, die in ihren Werkstätten arbeiten, der Marktplatz, die Taverne, der Kiosk, die Mühlen, die Weinberge sowie der See und die dazu gehörigen Fischer.

«Die sieben Tonnen Material wurden mit einem Sattelschlepper nach St-Maurice gebracht», sagte Bianchi der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Vier Wochen dauerte es, bis er und seine ehemalige Schulkameradin die Krippe in der Basilika aufgebaut hatten.

Sie sind keine Neulinge auf dem Gebiet. Seit 2010 erbauen Bianchi und Calame in ihrem Atelier in La Chaux-de-Fonds alljährlich eine Krippe. Ihre Werke wurden schon in Yverdon, Lausanne, Siviriez FR, La Chaux-de-Fonds, Genf und im französischen Morteau ausgestellt.

Christkind kommt später

Die Weihnachtskrippe ist kein statisches Kunstwerk. So wird zum Beispiel Maria erst am 8. Dezember, dem Tag der Unbefleckten Empfängnis, im Miniaturdorf zu sehen sein. Schwanger und auf einem Esel, wird sie mit Joseph vergeblich nach einer Herberge suchen, um sich schliesslich in einem Stall niederzulassen.

Der kleine Jesus wird - der Überlieferung folgend - am 24. Dezember in die Krippe gelegt. Später kommen die heiligen drei Könige dazu. Die rund 700 Krippenfiguren stammen von einem Keramikhandwerker aus dem sizilianischen Caltagirone.

Das Kunstwerk kann vom 30. November bis 19. Januar besucht werden. Der Eintritt ist gratis. Etwa 80'000 Besucher zählte die Krippe in La Chaux-de-Fonds im vergangenen Jahr.