Genfer M3-Gruppe steigt in die Produktion von Schutzmasken ein

Die in Genf ansässige M3-Gruppe will in die Produktion von Schutzmasken einsteigen, nachdem sie bereits solche Masken importiert.

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Die M3-Gruppe des libanesisch-schweizerischen Geschäftsmanns Abdallah Chatila (Bild) will nun auch in die Produktion von Schutzmasken einsteigen.

Die M3-Gruppe des libanesisch-schweizerischen Geschäftsmanns Abdallah Chatila (Bild) will nun auch in die Produktion von Schutzmasken einsteigen.

KEYSTONE/AP/JAMEY KEATEN
(sda/awp)

In wenigen Monaten soll in der Genfer Gemeinde Plan-les-Ouates eine Fabrik eröffnet werden, um die lokale Produktion der begehrten Produkte zu gewährleisten.

«Angesichts der exponentiellen Nachfrage und angesichts der Komplexität, diese Materialien im Ausland zu kaufen (...), haben wir beschlossen, mit der Produktion von Masken 'made in Switzerland' zu beginnen», sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag zur Nachrichtenagentur AWP und bestätigte damit entsprechende Presseberichte.

In der Anlagen würden dreischichtige Masken sowie Masken des Typs FFP2 und FFP3 und hydroalkoholisches Gel hergestellt. Auch wiederverwendbare Masken seien geplant, sagte der Sprecher weiter.

Die entsprechenden Anträge würden bis Ende Mai gestellt. Die Eröffnung der Anlage mit 50 Angestellten werde dann «innerhalb der nächsten Monate» geschehen. Dabei will die vorwiegend in den Bereichen Immobilien, Hotels und Restaurants tätige M3-Gruppe 10 Millionen Franken investieren.

«Luftbrücke» Genf-Schanghai

Die M3-Gruppe wird vom libanesisch-schweizerischen Unternehmer Abdallah Chatila geleitet. Sein neues Unternehmen M3 Sanitrade habe zuvor schon vor fünf Wochen eine tägliche «Luftbrücke» zwischen Genf und Schanghai eingerichtet, erklärte der Sprecher. Ziel sei es, insgesamt 300 Millionen Masken und Schutzausrüstungen in die Schweiz zu bringen.

Der Multimillionär Chatila gelangte vor einigen Monaten zu einer breiteren Berühmtheit, als er auf einer Auktion Besitzstücke von Adolf Hitler für rund 600'000 Euro erwarb. Durch seinen Kauf wollte er verhindern, dass diese in die Hände von Neo-Nazis geraten.

Nach Ansicht des Genfers sollten «die Relikte verbrannt werden». Aber zu Gedenkzwecken beschloss er, sie der jüdischen Sammlerorganisation Keren Hayesod zu übergeben, die sie in einem Museum ausstellen soll.